Wahlergebnisse 2014

Ergebnisse der Landtagswahl 2014

Unter dem unten stehenden Link finden Sie die Ergebnisse der Landtagswahl vom 14. September 2014.

https://wahlen.brandenburg.de/wahlen/de/start/landtagswahlen/landtagswahl-2014/

Rückblick auf das amtliche Endergebnis

Die Wahlbeteiligung zur Landtagswahl 2014 lag laut amtlichem Endergebnis bei 47,9 % (2009: 67,0 %). Insgesamt wurden im Vergleich zu 2009 rund 396 Tsd. Erst- und 401 Tsd. Zweitstimmen weniger verteilt.

Als Gewinner der Landtagswahl in Brandenburg ging die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) mit 31,9 % der Zweitstimmen hervor. Im Vergleich zum Wahlergebnis 2009 verloren die Sozialdemokraten jedoch rund 143 Tsd. Zweitstimmen. Bei den Erststimmen errangen sie 31,3 % und sicherten sich so 29 Direktmandate im Brandenburger Landtag.

Die Christlich Demokratische Union (CDU) konnte ihr Vorwahlergebnis verbessern. Die Christdemokraten erhielten insgesamt 23,0 % der Zweitstimmen (2009: 19,8 %).

Als Verlierer ging DIE LINKE aus der Landtagswahl 2014 hervor. Sie erreichte bei den Erststimmen 20,6 % und konnte vier Wahlkreise gewinnen. Bei den Zweitstimmen errang sie 18,6 % und wurde immerhin noch drittstärkste Kraft in Brandenburg. Die eigentlichen Verluste der Linken werden jedoch erst in Relation zur Vorwahl deutlich. Im Jahr 2009 erreichte sie bei den Zweitstimmen 27,2 %, dementsprechend verlor sie im Jahr 2014 8,6 Prozentpunkte.

Für die Partei GRÜNE/B 90 war das Ergebnis bei der Landtagswahl 2014 ein Erfolg. Nachdem sie 2009 zum ersten Mal in den Brandenburger Landtag eingezogen war, gelang es ihr 2014, 6,2 % der Zweitstimmen zu erringen. Zwar konnten die Grünen keinen Wahlkreis gewinnen, aber sich aufgrund der Zweitstimmen insgesamt sechs Mandate im Landtag sichern.

Die FDP hingegen verpasste den Einzug in das Landesparlament und erreichte auch kein Direktmandat. Insgesamt entfielen auf die Liberalen 1,5 % der Zweitstimmen.

Die politische Vereinigung Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler (BVB/FREIE WÄHLER) konnte insgesamt 5,1 % der Erst- und 2,7 % der Zweitstimmen für sich verbuchen. Aufgrund des Gewinns eines Wahlkreises wurde die BVB/FREIE WÄHLER bei der Verteilung der Sitze auf die Landeslisten berücksichtigt und konnte somit insgesamt drei Mandate im neuen Landtag erringen.

Die Alternative für Deutschland (AfD) sicherte sich bei ihrer ersten Landtagswahl in Brandenburg 12,2 % der Zweitstimmen. Des Weiteren erhielten die PIRATEN 1,5 % und die NPD 2,2 % der Zweitstimmen. Alle weiteren Parteien und Einzelbewerber blieben bei den jeweiligen Stimmanteilen deutlich unter 1,0 %.

Wählerverhalten und soziales Umfeld bei der Landtagswahl im Land Brandenburg am 14. September 2014 –
eine Aggregatdatenanalyse

Ist eine Partei dort überdurchschnittlich stark, wo eine andere unterdurchschnittlich abgeschnitten hat? Gibt es Wahlregionen, in denen jeweils zwei Parteien erfolgreich waren, während sie in anderen Gebieten beide ihre Diaspora erlebten? Diese Fragen beantwortet ein Blick auf die Zusammenhänge zwischen den Stimmenanteilen von jeweils zwei Parteien in den Wahlregionen.

Davon ausgehend, dass Wahlentscheidungen mit der sozialen Lage der Wählerinnen und Wähler verknüpft sind, lassen sich auf der Ebene der 200 Brandenburger Wahlregionen Zusammenhänge zwischen den Stimmenanteilen der Parteien und dem sozialen Umfeld in der Wahlregion erkennen.

Als Zusammenhangsmaß dient der Korrelationskoeffizient r, welcher Richtung und Stärke einer Beziehung anzeigt. Der Koeffizient r kann Werte zwischen –1 und +1 annehmen. Ein positiver Wert zwischen einem Strukturmerkmal und dem Abschneiden einer Partei bzw. zwischen den Stimmenanteilen zweier Parteien weist auf einen gleichgerichteten, ein negativer auf einen entgegengesetzten Zusammenhang hin. Koeffizienten nahe +/–1 deuten einen starken, Werte nahe 0 einen nicht vorhandenen Zusammenhang an.

Die Stimmenanteile für die SPD zeigen bei dieser Landtagswahl weder Zusammenhänge mit dem Abschneiden der anderen Parteien noch mit der sozialen Situation in den Wahlregionen. Die Stimmen für DIE LINKE waren dort besonders niedrig, wo die CDU stark war. In Gebieten mit wenigen Kirchenmitgliedern schnitt DIE LINKE besser ab. Dementsprechend gewann die CDU die meisten Stimmen dort, wo viele kirchlich Gebundene wohnen, aber auch bei einer hohen Wohneigentumsquote und vielen Wählern mittleren Alters. Negativ wirkte sich für die CDU eine hohe SGB II-Quote aus. Die FDP schnitt am besten ab, wo auch die Christdemokraten und die GRÜNEN/B 90 am erfolgreichsten waren. In wachsenden Regionen hatten die Freien Demokraten noch den meisten Rückhalt. Auch die GRÜNEN/B 90 sind im Land Brandenburg eine Partei, die in den prosperierenden Wahlregionen ihre Hochburgen hat – ein Profil, das auch die Partei AfD und die sonstigen Parteien zeigen. In benachteiligten Gebieten wird die Partei AfD eher gemieden und die Nichtwahl bevorzugt.

Stimmenanteile für die SPD nicht abhängig von Sozialindikatoren
Bei dieser Landtagswahl – wie auch schon bei der Europawahl 2014 – zeigen die Wahlergebnisse der SPD in den Brandenburger Wahlregionen nur schwache Zusammenhänge mit den Ergebnissen der anderen Parteien. Eine niedrige Wahlbeteiligung in der Wahlregion verringerte die Zahl der SPD-Stimmen jedoch deutlich (r = –0,47). Auch mit den Sozialindikatoren der Wahlregionen ist kein Zusammenhang zu erkennen. Die SPD wird in Brandenburg als Volkspartei unabhängig von der sozialen Situation in der jeweiligen Region gewählt.

DIE LINKE schneidet am besten ab, wo die CDU schwach ist und wenige Kirchenmitglieder wohnen

Das Abschneiden der Partei DIE LINKE bei dieser Landtagswahl steht mit den Wahlergebnissen der CDU in einem deutlich negativen Zusammenhang. Dort, wo DIE LINKE die niedrigsten Zweitstimmenanteile erzielte, lag die CDU überdurchschnittlich hoch (r = –0,33). Ein Zusammenhang der Stimmenanteile für DIE LINKE mit dem sozialen Umfeld in der Wahlregion lässt sich nur für einen Indikator nachweisen: Je höher der Anteil der Kirchenmitglieder, desto weniger Stimmen gab es für DIE LINKE (r = –0,42).

CDU erfolgreich bei starkem christlichen Wählerklientel

 Wo CDU gewählt wurde, hatte auch die FDP noch ihre besten Ergebnisse bei dieser Landtagswahl (r = 0,46). Aber auch die Partei AfD ist dort besonders stark (r = 0,31). Dagegen hat DIE LINKE in diesen Wahlregionen ihre schlechtesten Ergebnisse eingefahren. Eine besonders geringe Wahlbeteiligung kostete die CDU deutlich Stimmen (r = –0,66). Dort, wo besonders viele Wähler mittleren Alters wohnen, konnte die CDU überdurchschnittlich punkten (r = 0,33). Viele Kirchenmitglieder in der Wahlregion brachten der CDU ebenfalls Stimmen (r = 0,61). In gleicher Weise wirkte ein hoher Anteil an Wohneigentum (r = 0,48). Leben dagegen viele SGB II-Empfänger („Hartz IV“) im Wahlgebiet, war das Ergebnis der Konservativen unterdurchschnittlich (r = –0,48).

Wahlverliererin FDP am stärksten dort, wo auch die CDU und GRÜNE/B 90 besonders erfolgreich waren

 In Gebieten, wo die CDU, aber auch die GRÜNEN/B 90 ihre besten Ergebnisse erzielten, waren die Freien Demokraten, ungeachtet ihrer deutlichen Verluste, überdurchschnittlich erfolgreich (r = 0,46; r = 0,62). Bei geringer Wahlbeteiligung waren die Stimmenanteile für die Freien Demokraten noch geringer (r = –0,52). Zusammenhänge zwischen den geringen Zweitstimmenanteilen der FDP und Indikatoren des sozialen Umfeldes bestehen beim Anteil der 16- bis unter 30-Jährigen. Insbesondere bei höheren Anteilen Jüngerer erhielt die FDP überdurchschnittlich viele Zweitstimmen (r = 0,61). Auch bei positiver Einwohnerentwicklung – einem weiteren Indikator für prosperierende Regionen – und einem hohen Anteil von Kirchenmitgliedern lagen die Stimmenanteile der FDP über ihrem Landesergebnis (r = 0,44; r = 0,36). In Regionen mit vielen Älteren und/oder einem hohen Anteil von SGB II-Empfängern („Hartz IV“) fanden sich die Freien Demokraten bei dieser Wahl noch unter ihrem desaströsen Landesergebnis wieder (r = –0,37; r = –0,46).

GRÜNE/B 90 am stärksten in jungen, prosperierenden Regionen

Die GRÜNEN/B 90 waren besonders erfolgreich in den gleichen Regionen, in denen die Freien Demokraten trotz ihrer deutlichen Verluste noch am erfolgreichsten waren (r = 0,62). Darüber hinaus schlugen die GRÜNEN/B 90 aus einer relativ hohen Wahlbeteiligung in der Region Kapital (r = –0,62). Strukturell ist diese Partei in prosperierenden, jungen Regionen begünstigt. So wirkt sich ein hoher Anteil an Personen im Alter von 16 bis unter 30 Jahren (r = 0,77) und eine positive Einwohnerentwicklung (r = 0,72) positiv auf das Abschneiden der GRÜNEN/B 90 aus. Weniger erfolgreich war man dagegen in Gebieten mit einem hohen Anteil an Personen im Alter von 65 und mehr Jahren (r = –0,49), mit vielen SGB II-Empfängern (r = –0,52) und einem hohen Wohnungsleerstand (r = –0,48).

AfD begünstigt in Gebieten mit geringer SGB II-Quote Die EURO-kritische Partei

AfD wies, bezogen auf das Abschneiden anderer Parteien, am ehesten dort Erfolge auf, wo auch die CDU überdurchschnittlich erfolgreich war (r = 0,31). Auch nützte ein geringerer Nichtwähleranteil der AfD (r = –0,48). Strukturell deutet sich an, dass die AfD wenig Zuspruch durch sozial Benachteiligte erfährt. Regionen mit hohem Anteil an SGB II-Empfängern zählen nicht zu den Hochburgen dieser Partei (r = –0,41). Hohe Anteile an Personen mittleren Alters (30 bis unter 65 Jahre) sowie an Wohneigentum sind dagegen für erfolgreiche Regionen kennzeichnend (jeweils r = 0,34).

Sonstige Parteien bei hoher SGB IIQuote weniger gewählt

 Die sonstigen Parteien weisen zusammen genommen keine Zusammenhänge zum Abschneiden der übrigen Parteien auf. Eine leicht negative Korrelation ist mit einem hohen Anteil an Nichtwählern feststellbar (r = –0,34). Sozialstrukturell ist ein Zusammenhang in Gebieten mit einem geringen Anteil an Hartz IV-Empfängern (SGB II-Quote) auffällig (r = –0,34).

Wahlbeteiligung in benachteiligten Gebieten gering

 Für die Parteien CDU (r = –0,66), GRÜNE/B 90 (r = –0,62), FDP (r = –0,52), AfD (r = –0,48), SPD (r = –0,47) sowie die sonstigen Parteien zusammen genommen (r = –0,34) sind die Stimmenanteile umso höher, je niedriger der Nichtwähleranteil in der jeweiligen Wahlregion ist. Entsprechend erzielten diese Parteien in Regionen mit hohem Anteil an Nichtwählern geringe Wahlerfolge. Für DIE LINKE (r = –0,22) ist ein solcher Zusammenhang kaum festzustellen. In Wahlregionen mit hohen Anteilen an Wohneigentum (r = –0,36), kirchlich Gebundenen (r = 0,39), einer positiven Einwohnerentwicklung (r = –0,32) und jüngeren Personen (r = –0,43) war die Neigung, sich an der Landtagswahl zu beteiligen, noch am stärksten ausgeprägt. Dagegen war in Gebieten mit vielen SGB II-Empfängern (r = 0,66), einer hohen Leerstandsquote (r = 0,46) und vielen Älteren (r = 0,36) die Tendenz, der Wahl fernzubleiben, besonders verbreitet.

Quelle:  Zeitschrift für amtliche Statistik 1 2015 ab Seite 22

 

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