Projekte

In den vergangenen Jahren konnten bereits einige Projekte zur Förderung, Renaturierung und Entwicklung der Natur in der Gemeinde Panketal realisiert werden. Auch in Zukunft soll der Zustand der Natur durch weitere Vorhaben verbessert werden.

Mit der feierlichen Übergabe des Fördermittelbescheides für das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde am 03.05.2011 durch die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz an den Projektträger, den Förderverein Naturpark Barnim e.V., startete das 2015 abgeschlossene Projekt.
Zur Förderung der Biodiversität und der Waldentwicklung wurde auf ca. 850 ha der Rieselfeldlandschaft erfolgreich die großflächige extensive Beweidung mit robusten Rindern und Pferden erprobt. Gleichzeitig wurde die Erlebbarkeit des Landschaftsraums durch gezielte Besucherlenkung und Umweltbildungsangebote verbessert.
Fachlich betreut wurde das Vorhaben von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Das Gebiet war zudem ein Gewinner „ViOtop 2017“, wodurch das Projekt „Waldweide am Stadtrand“ durch weitere Fördermittel unterstützt wurde.

Die Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde wurde zudem als Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt (2011 bis 2020) ausgezeichnet. Das Projekt wird ab sofort auf der Webseite der UN Dekade vorgestellt.
Weitere Information zu diesem Thema finden Sie auch hier

In der Broschüre „100 Jahre Hobrechtsfelde – Ein Dorf für das Berliner Wasser“ finden Sie u.a. Informationen zur früheren Landschaftsnutzung und -gestalt um Hobrechtsfelde.

Festschrift „100 Jahre Hobrechtsfelde – Ein Dorf für das Berliner Wasser“

Foto: Wildpferde in Hobrechtsfelde (Braasch)

07 Braasch K2 Wildpferde in Hobrechtsfelde

Im Rahmen der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zum Schutz und zur Verbesserung des Zustandes aquatischer Ökosysteme  wurde u.a. das „Gewässerentwicklungskonzept Panke“ im Raum Berlin-Brandenburg erstellt. Das Brandenburger Untersuchungsgebiet des Pilotprojektes umfasste die Panke vom Quellbereich am Pankeborn in Bernau bis zur Landesgrenze zu Berlin, die Dranse sowie die mündenden Teile der Gewässer Dorfgraben Schönow und Maingraben mit ihren angrenzenden Niederungsbereichen. Das Gebiet wurde zur Umsetzung in einzelne Teilprojekte zerlegt. Dazu gehörte der „Erlebnisbereich Dransemündung“, der sich im Bereich der alten Badeanstalt an der Straße der Jugend befindet. 2016 begannen dort die Umsetzungsmaßnahmen zur Herstellung einer sogenannte Sekundäraue durch den Wasser- und Bodenverband „Finowfließ“, die im Frühjahr 2017 abgeschlossen wurden. Dadurch kann die Panke im Bereich der Dansemündung wieder mäandrieren und sich ein naturnaher Verlauf entwickeln.

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Blühende Wiesen und Weiden sehen nicht nur schön aus, sondern stellen auch ein wichtiges Nahrungsangebot für Bienen, Hummel, Schmetterlinge und viele weitere Insekten dar. Um das Nahrungsangebot für diese Insekten zu verbessern, wurden bereits 2018 auf verschiedenen Grünflächen der Gemeinde Bienenwiesen angelegt. Dazu zählte z.B. die Grünfläche in direkter Nähe des Rathauses an der Fensterfront der Bibliothek. Im Jahr 2019 sind weitere Bienenwiesen in Planung.
Neben der speziellen bienenfreundlichen Saatgutzusammenstellung zeichnet diese Flächen aus, dass sie nur ein- bis maximal zweimal im Jahr gemäht werden, um den Insekten möglichst lange als Nahrungsquelle dienen zu können. Die Insektenweiden der Gemeinde können Sie u.a. am abgebildeten Schild erkennen.

Um dem Insekten- und Bienensterben entgegen zu wirken, wird mit ansässigen Imkern zusammengearbeitet sowie von Seiten der Gemeinde bei der Grünflächenpflege generell auf den Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel mit Glyphosat und Neoikotiniden verzichtet. Auch wurden bereits Insektenhotels aufgestellt.

Bienen in panketal
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Anfang Mai sorgte ein Naturschauspiel für großes Aufsehen in der Gemeinde Panketal. Viele Bürger informierten die Verwaltung über die Sichtung kahl gefressener Gehölze, welche zudem mit einem weißen Netz gespentisch überspannt sind. Was kann das nur sein?

Verantwortlich dafür sind die Raupen der Gespinstmotte.
Zu sehen ist dieses Naturphänomen u.a. am Ortseingang Zepernick, genauer am Geh/Fahrradweg aus Richtung Buch kommend.
Anfang Mai beginnt das ganze Schauspiel. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Raupen von den Blättern des Gehölzes. Die Raupen fressen in dieser Zeit nicht nur die Gehölze (überwiegend Sträucher) kahl, sondern spinnen diese komplett ein. Dieses sogenannte „Gespint“ dient als Schutz der Raupen vor Fressfeinden. Der „Gespinst-Spuk“ ist jedoch nicht von langer Dauer. Nach der Verpuppung der Raupen verwittern die Gespinste rasch und die Gehölze treiben wieder aus. Die Gespinstmotte schädigt ihren Wirt natürlich nicht nachhaltig. Mit Hilfe des zweiten Blattaustriebes (sogenannter Johannistrieb) ergrünt jeder Strauch wieder zu neuem Leben.

Um unseren Bürgern die Angst vor den kleinen ungefährlichen Tierchen zu nehmen, haben wir an den betroffenen Stellen Aufklärungsschilder aufgestellt. Darauf sind kurz die wesentlichsten Punkte zusammengefasst.

Wichtig ist nur, dass die Gespinstmotte nicht mit dem Eichenprozessionsspinner (EPS) verwechselt wird! Der EPS ist im Gegensatz zur Gespinstmotte nicht harmlos und ungefährlich – sondern giftig. Genauer tragen diese Raupen giftige Brennhaare. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Kommt man mit diesen giftigen Härchen in Berührung oder atmet sie ein – lösen sie Atemnot, Asthma-Anfälle oder auch einen lebensbedrohlichen allergischen Schock aus!

Wenn man die Unterscheidunsgmerkmale der beiden Schmetterlingsraupen kennt, ist es ganz einfach, sie auseinander zu halten. Die Raupen der Gespintsmotte sind hellgrau – cremefarben gefärbt mit schwarzen kleinen Pünktchen. Im Vergleich dazu hat der EPS eine dunkle, breite Rückenlinie sowie eine hervorstechende lange weiße Behaarung. Der Eichenprozessionsspinner nutzt ausschließlich alle Eichenbaumarten. An anderen Baumarten und Sträucher fühlt sich der EPS, im Gegensatz zur Gespinstmotte, nicht zu Hause.

Bei Sichtung von EPS besteht zwar keine Meldepflicht, um allerdings Schäden an Menschen zu vermeiden, bitten wir alle Bürger Panketals um Hinweise. Entdecken Sie Raupen oder ein Nest im öffentlichem Raum, melden Sie uns bitte den Befall (Ansprechpartnerin: Fr. Fotschki, Tel. 030/945 11 223, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.

Schild Gespinstmotte