Gartengestaltung

Die Gartengestaltung ist ein einfaches und effektives Mittel, um sich selber und der Natur direkt vor der eigenen Haustür etwas Gutes zu tun. So sehen zum Beispiel blühende Hecken und Wiesen nicht nur schön aus, sondern sind auch Lebensräume für Vögel, Insekten und Igel.

Die folgenden Gestaltungsmöglichkeiten für einen naturnahen Garten wurden zum größten Teil von einer Studierendengruppe des Bachelorstudiengangs „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, bestehend aus Paula Amman, Marlies Laser, Christian Liesendahl, Manja Lutze, Rick Satorius sowie Marcel Stehle unter Betreuung von Prof. Dr. Uta Steinhardt, im Rahmen des Projektes „Leitfaden für die naturnahe Gestaltung von Bau- und Wohngrundstücken in Panketal“ zusammengestellt. Sie dienen als Anregungen für kleine und große Vorhaben in Ihrem Garten, mit denen Sie viel bewirken können. Informationen zu diesen Themen finden Sie ebenfalls im Faltblatt „GARTEN TUT GUT“.

Sei es, dass durch z.B. einen langen, sonnigen Sommer viel im Garten
gegossen werden muss oder starke Regenfälle zur eine Überschwemmung
auf dem Grundstück führen, das Auffangen und Sammeln von Regenwasser
lohnt sich auf jeden Fall. Dafür bietet sich eine Regentonne oder Zisterne an.

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Regentonne

Es ist einfach, sich eine Regentonne in den Garten zu stellen. Es muss auch nicht die langweilige, grüne Plastiktonne sein, die in jedem Garten steht. Es gibt eine Auswahl an diversen und hochwertigen Ausführungen, vom Holzfass bis zur Designertonne.
Ob an der Hauswand mit Einleitung aus der Regenrinne oder in einer Ecke im Garten, irgendwo findet sich bestimmt ein Plätzchen für eine Regentonne. Sie macht Ihnen keine weitere Arbeit aber erfüllt eine äußerst wichtige Funktion: Wasser für Ihre Pflanzen an heißen, trockenen Sommertagen bereithalten. Das weiche Regenwasser ist gut für Ihre Pflanzen und dazu noch kostenlos.

Zisterne

Eine Zisterne ist sozusagen die Regentonne in groß und Sie können sie als Regenwasseranlage nutzen. Wasser aus der Zisterne kann zum Beispiel für die Waschmaschine oder die WC-Spülung genutzt werden. Die Nutzung des Regenwassers im Haushalt spart nicht nur Geld, es schont auch Ihre Geräte. Denn Regenwasser ist viel weicher als Leitungswasser, und so kann sich kein Kalk in Ihren Haushaltsgeräten absetzen, was die Lebensdauer der Geräte verlängert. Das Wasser kann natürlich auch zur Bewässerung Ihres Gartens genutzt werden und bei Starkregenereignissen kann die Zisterne viel Wasser aufnehmen, welches dann nicht die kommunalen Abwassersysteme belastet.
Eine Zisterne ist eine langfristige Anschaffung, die sich aufgrund steigender Wasser- und Abwasserpreise aber mit der Zeit rentiert, und die Ihnen sowohl ein Stück Unabhängigkeit von der örtlichen Versorgung schafft, als auch mit qualitativ hochwertigem Wasser versorgt.

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Eines der wertvollsten Güter Ihres Gartens liegt Ihnen zu Füßen. Der Boden als bedeutender Bestandteil eines Ökosystems unterliegt vielfältigen Belastungen durch unsere Nutzung.

Wenn Regenwasser nicht auf dem eigenen Grundstück versickern kann, muss es in die Kanalisation abgeleitet werden. Dort vermischt es sich mit dem Schmutzwasser und treibt so die Kosten für die Abwasserbeseitigung in die Höhe. Bei starken Regenfällen ist die Kanalisation oft überlastet und das Wasser gelangt ungereinigt in Gewässer. Durch den schnellen Abfluss aus den Siedlungsgebieten steigt die Hochwassergefahr. Versiegelte Flächen heizen sich auch stark auf. Daher ist die Temperatur in Siedlungsgebieten höher als in der freien Landschaft. Versiegelung führt zudem zum unmittelbaren Verlust des Bodens als Naturgut und Schadstofffilter, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als Erholungs- und Naturerlebnisraum für die Menschen.

Durch Entsiegelung leisten Sie somit einen bedeutenden Beitrag zum Bodenschutz. Sie fördern die Lebens- und Wohnqualität Ihres Umfelds: Lebensräume bleiben erhalten, das Kleinklima verbessert sich, die Grundwasserneubildung wird erhöht, der oberflächliche Abfluss wird verringert und damit sinkt auch die Hochwassergefahr für Sie und Ihre Nachbarn.

Wege, Stellplätze und Garageneinfahrten können von vornherein als unversiegelte Flächen gestaltet werden, um Regenwasser gut versickern zu lassen. Wo immer möglich, zum Beispiel auf Parkplätzen, Zufahrtswegen, Garageneinfahrten und Abstellflächen können Sie Beton und Asphalt leicht durch wasserdurchlässige Alternativen ersetzen.

 

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Beispiele für wasserdurchlässige Beläge

  • Rasen aus strapazierfähigen Gräsern eignet sich für Spiel- und Bewegungsflächen.
  • Rindenschrot aus gehäckseltem Rinden-, Strauch- und Baumschnitt kann viel Regenwasser aufnehmen und für Gartenwege verwendet werden.
  • Schotterrasen – bestehend aus einem verdichteten Gemisch aus Schotter und Mutterboden, das mit Gräsern bewachsen ist – können auf Parkplätzen angelegt werden.
  • Rasengitter haben Öffnungen, die mit sandiger Erde gefüllt und mit Gras bewachsen sind. Sie können, wenn sie bespielweise aus Stein sind, auf Parkplätzen verlegt werden.
  • Rasenfugenpflaster besteht aus Betonsteinen, die durch gleichmäßig begrünte Fugen getrennt sind. Auch sie sind ideal für Parkplätze.
  • Kies- und Splitt-Decken (wassergebundene Decken) können auf Fußwegen und Parkplätzen eingesetzt werden.
  • Für Hofflächen eignen sich Porenpflaster aus großporigen wasserdurchlässigen Betonsteinen.
  • Auf Terrassen können Holzroste aus imprägnierten Hölzern verlegt werden. Wichtig ist, dass der Untergrund gut durchlässig ist.
  • Holzpflaster aus Holzklötzen, die mit Sand und Split ausgefugt werden, sind für Terrassen und Fußwege geeignet.
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Eine begrünte Fassade hüllt Ihr Haus in ein lebendiges Gewand. Sie gestalten so Ihre Fassade vollkommen individuell und Ihr Haus sieht dann nicht nur schön aus, sondern ist auch ökologisch und ökonomisch ein echter Hingucker.

Vorteile begrünter Fassaden

  • Verbesserung des Mikroklimas: Durch die Bildung von Pflanzenmasse wird Kohlenstoffdioxid aus der Umgebungsluft gebunden und Sauerstoff gebildet. Die Verdunstung von Wasser über die Blätter erhöht zudem die Luftfeuchtigkeit und senkt die Temperatur in der unmittelbaren Umgebung. Durch die Absorption von Staubteilchen auf der Blattoberfläche wird zudem die Luftbelastung verringert.
  • Artenschutz: Eine begrünte Wand stellt einen wertvollen Lebensraum für verschiedene Insekten und Vögel dar. Beispielsweise als Nistplatz für diverse Singvogelarten oder in Form von Blüten und Früchten als Nahrungsquelle.
  • Ästhetik: Das Fehlen von Grünpflanzen im Stadtbild wird von vielen Menschen als großer Mangel empfunden. Mit einer Fassadenbegrünung lässt sich dem Bedürfnis nach einem natürlichen Lebensumfeld auf einfache Weise Rechnung tragen. Durch die Verwendung von blütenausbildenden Pflanzen kann dieser Effekt noch verstärkt werden.
  • Dämmung: Die Gebäudebegrünung, ob Dachbegrünung oder Fassadenbegrünungen, ist eine hervorragende Schall- und Wärmedämmung für das Haus.
  • Wassermanagement: Die Fassadenbegrünung speichert Regenwasser und entlasten dadurch die Kanalisation. Auch sorgen sie für eine Zurückhaltung von Starkregen und vermindert somit diesbezüglichen Schäden an Gebäuden.

Pflanzenauswahl

  • Selbstklimmer: z.B. Efeu, Trompetenwinde, Kletterhortensie und Wilder Wein
  • Rankpflanzen: z.B. Weinrebe, Waldrebe, Zierkürbis und Passionsblume
  • Schlingpflanzen: z.B. Blauregen, Pfeifenwinde und Geißblatt
  • Spreizklimmer: z.B. Kletterrosen, Winter Jasmin und Brombeere

Entscheiden Sie sich für eine nicht-selbstklimmende Pflanze, so muss eine Kletterhilfe bereitgestellt werden, die sich bei den verschiedenen Kletterpflanzen hinsichtlich der Ansprüche unterscheidet. An Hauswänden kommen meist Seilsysteme und Gitter aus Holz oder Metall zum Einsatz. Sie können aber auch bestehende Bauteile als Kletterhilfe einbeziehen. Zum Beispiel die Stützen Ihres Carports oder Vordachs, auch Regenfallrohre, Blitzableiter, Geländer oder Zäune können Ihrer neuen Kletterpflanze Halt geben. Dabei sollten Sie beachten, dass die entsprechenden Bauteile der zusätzlichen Last durch die Begrünung standhalten können.

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Leicht zu besorgen und leicht zu gebrauchen: Pestizide und Herbizide für Hobbygärtner*innen. Aber sind diese Mittel wirklich nötig?

Ärgerlich ist es allemal, wenn Horden von Blattläusen Ihren liebgewonnenen Pflaumenbaum anfressen oder sich unerwünschte Wildkräuter in Ihrem Garten breit machen, deren Namen Sie vielleicht nicht einmal kennen. Da erscheint es folgerichtig, sich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln und Unkrautvernichtern einzudecken.
Aber das kann besser gemacht werden, ganz ohne Gifte. Dies ist besser für Ihre Gesundheit sowie die Gesundheit Ihrer Familie und darüber hinaus auch ökologisch sinnvoll. Die Natur lässt Sie nicht allein im Kampf gegen Schädlingsbefall. Viele Insekten- und Spinnenarten, aber auch heimische Vögel können zu Ihren Verbündeten werden, wenn Sie sie fördern.

Gegenspieler in den Garten bringen
Florfliegenlarven leben räuberisch und fressen mit Vorliebe Blattläuse. Mit einem Florfliegenquartier in Ihrem Garten, haben Sie gute Chancen, dass sich diese kleinen Nützlinge bei Ihnen ansiedeln.
Ebenso haben sich Ohrenkneifer als Mittel gegen Blattläuse bewährt. Ein mit Reisig gefüllter Blumentopf kopfüber an den Baum gehängt, kann als Unterkunft für Ohrenkneifer dienen. Sie fressen nicht nur andere Insekten, sondern auch bestimmte Pilze, die Bäume schädigen können.

Unkrautbekämpfung, aber natürlich!
Manche Wildkräuter sind nicht immer erwünscht, denn das Jäten von Hand macht Arbeit und kostet Zeit. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Wildkraut auf natürliche Weise zu unterdrücken. Das Mulchen mit Gartenschnitt verhindert den Aufwuchs von unerwünschten Kräutern und wirkt zusätzlich nährstoffanreichernd, was den Gemüsepflanzen zu Gute kommt.
Auch eine dichtere Bepflanzung sorgt dafür, dass in den Zwischenräumen nicht genug Licht auf den Boden fällt, wodurch der Austrieb von anderen Kräutern gehemmt wird.

Obstbaumschutz - Kalkanstrich im Spätherbst
Eine altbewährte Methode zum Schutz von Obstbäumen stellt der Kalkanstrich dar. Dieser ist nicht nur schön anzusehen, sondern schützt auch die Baumrinde vor großen Temperaturschwankungen und kann somit im Winter Frostschäden verhindern. So haben Pilze und andere Schädlinge keine Möglichkeit durch Risse in das Holz einzudringen.

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Eine Hecke in Ihrem Garten sorgt für mehr Privatsphäre und verringert die Lärm- und Staubbelastung. Mit den richtigen Tricks gestalten Sie zudem ein Zentrum der Biodiversität vor Ihrer Haustür. Entscheidend ist die Auswahl der Sträucher sowie die Pflege Ihrer Hecke. Eine artenreiche Hecke zeichnet sich durch die Kombination verschiedener Sträucher aus, die im Wechsel gepflanzt werden.
Zudem können mit Unterpflanzungen aus Beeren- und Staudenpflanzen neue Strukturen geschaffen werden. Besonders geeignet sind zum Beispiel Himbeere und Walderdbeere. Dabei kommen nicht nur Tiere sondern auch Menschen auf ihre Kosten, wenn im Sommer die schmackhaften Früchte geerntet werden können. Für einen Staudensaum kommen Wald-Storchschnabel, Mehrjähriges Silberblatt und die Hohe Schlüsselblume zum Einsatz. Im Gegensatz zu tristen, eintönigen „Blattmauern“ entsteht so ein eindrucksvoller Blickfang, der Ihren Garten von anderen abgrenzt.

Praktische Tipps:
Bei der Pflege der Hecke ist der richtige Zeitpunkt wichtig. Damit heckenbrütende Vögel nicht gestört werden, ist in der Naturschutzgesetzgebung eine Ruhezeit für starke Rückschnitte von März bis September festgelegt. Normalerweise genügen je nach Art der Hecke ein bis zwei Rückschnitte im Jahr sowie gegebenenfalls ergänzende, leichtere Pflegeschnitte, die unter Rücksichtnahme auf brütende Vögel das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden können. Standortangepasste, heimische Pflanzenarten sind robuster und somit pflegeleichter als Exoten. Außerdem bieten sie viel mehr Lebensraum für unsere Tierarten.

Pflanzenauswahl:
Für freiwachsende Hecken eignen sich schwarzer Holunder und Weißdorn. Wem klare Linien wichtig sind, kann auch zu Hasel und Liguster greifen, denn diese sind auch für Schnitthecken geeignet.

Begrünung von Zäunen:
Auch bei wenig Platz geht viel! Mit Kletterpflanzen und -sträuchern können Zäune begrünt werden. Hierfür eignen sich Duftwicke, Feuerbohne und Kapuzinerkresse sowie Waldrebe, Waldgeißblatt oder Kriechrose. Diese sorgen für den erwünschten Sichtschutz und dienen Tieren als Versteck und Nahrungsquelle.

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Heimische Pflanzen sehen nicht nur schön aus, sie erfüllen auch wichtige Funktionen in unserer natürlichen Umgebung und vielleicht bald in Ihrem Garten. Im Gegensatz zu vielen exotischen Gewächsen sind heimische Pflanzen nämlich eine wichtige Nahrungsquelle für viele unserer Tierarten. Unter Sträuchern suchen Kleintiere wie Laufkäfer, Blindschleichen und Igel Nahrung und Unterschlupf. Insektenfressende Tiere wie Vögel, Fledermäuse oder Spinnen gehen dort auf die Jagd. Im schützenden Dickicht der Sträucher wie Holunder, Weißdorn oder Pfaffenhütchen nisten gerne Vögel wie Heckenbraunelle und Nachtigall. Bereiten Sie diesen Vögeln im Herbst einen reich gedeckten Tisch mit den schönen bunten Beeren dieser Sträucher.

Vorteile heimischer Gehölze
Heimische Gehölze sind an das lokale Klima und die lokalen Bodenverhältnisse bestens angepasst. Dadurch kommen sie wesentlich besser mit extremen Witterungsverhältnissen wie trockenen Sommern oder kalten Wintern zurecht. Darüber hinaus sind sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Insektenfraß – der Einsatz von Spritzmitteln erübrigt sich damit und spart Ihnen Arbeit. Heimische Gehölze benötigen weniger Pflege durch Schnitt, müssen nicht gedüngt werden, brauchen keinen Winterschutz und sind oftmals billiger in der Anschaffung. Im Idealfall werden die Gehölze von einem Saum aus Wildkräutern und Wildblumen umrahmt.

Nachteile exotischer Gehölze
In vielen privaten Haus- und Vorgärten halten immer mehr exotische Gehölze Einzug, da sie scheinbar pflegeleicht sind. Aber für den Naturschutz – vor allem für unsere heimische Vogelwelt – sind sie völlig wertlos! Als Beispiele sind die Thuja-Hecken zu nennen, die als Sichtschutz in Neubaugebieten sehr beliebt sind. Von ihnen profitiert kaum eine Insektenart. Insekten sind Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Kleinsäugern sowie bedrohte Vogel- und Fledermausarten. Exotische Arten können außerdem zu Naturschutzproblemen führen, wenn sie sich unkontrolliert ausbreiten.

Schaffen Sie einen Vorteil für heimische Arten und vermeiden invasive Gehölze wie Robinie, Weißer Hartriegel, Bastard-Schwarz-Pappel, Spätblühende Traubenkirsche, Götterbaum, Eschenahorn oder Sommerflieder/Schmetterlingsstrauch in Ihrem Garten.

Pflanzenauswahl

  • In größeren Gärten: Eberesche, Traubenkirsche, Vogelkirsche, Holunder, Mispel, Haselnuss, Weißdorn, Schlehe, heimische Heckenrosen, gemeiner Schneeball u.v.m.
  • In kleinere Gärten: z.B. Gemeine Felsenbirne, Berberitze, Sanddorn, Bibernellrose, Kätzchenweide oder Fingerstrauch. Alternativ können Weißdorn, Kornelkirsche, Hainbuche, Feldahorn oder Eibe auch als Schnitthecken gepflanzt werden. Statt dem bekannten Schmetterlingsstrauch kann die heimische Schmetterlingsstaude Blutweiderich ausprobiert werden.
  • Halbschatten vertragen z.B. folgende niedrige Stauden gut: Lungenkraut, Leberblümchen, Buschwindröschen, Waldmeister, Veilchen, Farne und Wildgräser.
  • Besonders gute Vogelnahrung: Vögel fressen unter anderem die Früchte von Schwarzem Holunder, Europäischem Pfaffenhütchen, Wildrosen, Wolligem Schneeball, Eberesche, Vogelkirsche, Schlehe, Rotem Hartriegel, Berberitze, Hasel, Roter Heckenkirsche oder Liguster.
  • Tolle Bienenweide: Feld-, Spitz- und Bergahorn, Sommer- und Winterlinde, Salweide und andere Weiden, Vogelkirsche, Gewöhnliche Traubenkirsche, Hundsrose, Roter Hartriegel, Liguster, Eberesche, Wolliger Schneeball, Schwarzer Holunder, Berberitze oder Europäisches Pfaffenhütchen sind Pollen- bzw. Nektarlieferanten für unsere Bienen.
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Gerade in urbanen Räumen haben es Vögel und Fledermäuse oft schwer, geeignete Strukturen zum Nisten und zur Aufzucht ihrer Jungen zu finden. Unsere Unterstützung kommt ihnen deshalb sehr gelegen! Ein gut platzierter Nistkasten oder ein Fledermausquartier bringt Leben in Ihren Garten und Sie selbst zum Staunen. Auch Igel haben es nicht immer leicht. Sie brauchen ein wohliges Quartier, in dem sie überwintern können. Kleinere Höhlen oder Laubhaufen nehmen sie gerne an. Mit einem Igelhaus können Sie dem stacheligen Insektenfresser ein Zuhause in Ihrem Garten schaffen.

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Vogelnistkasten
Das Gute daran: Mit einem Vogelnistkasten holen Sie sich Vogelgesang direkt in Ihren Garten.
Praktische Tipps: Wenn Sie sich dazu entscheiden, einen Nistkasten aufzuhängen, achten Sie darauf, dass er wettergeschützt und nach Südosten exponiert ist. Vielleicht haben Sie auch Lust, selbst oder mit Ihren Kindern einen Vogelnistkasten zu bauen? Anleitungen finden Sie ganz leicht im Internet. Die Größe und Form des Einfluglochs bestimmt maßgeblich, welche Art sich dort niederlassen kann. So sind für Nischenbrüter wie dem Gartenrotschwanz Nistkästen mit einer großen rechteckigen Öffnung geeignet. Mit ovalen oder V-förmigen Öffnungen fühlt sich auch der Zaunkönig wohl, der eigentlich lieber im Freien brütet. Blaumeisen und Kohlmeisen bevorzugen kleinere, runde Löcher wie andere Höhlenbrüter auch. Sie können also selbst mit beeinflussen, welche Vogelarten sich Ihren Garten zur Kinderstube machen.

Fledermauskasten
Das Gute daran: Was gibt es Schöneres, als an einem lauen Sommerabend im Garten oder auf der Terrasse zu sitzen und den Fledermäusen dabei zuzusehen, wie sie lautlos durch die Lüfte ziehen? Ihr Quartier verlassen die nachtaktiven Tiere nur nach Einbruch der Dämmerung, zur Jagd auf Insekten.
Praktische Tipps: Mit einem Fledermauskasten unter Ihrem Dachsims können Sie eine Behausung anbieten, die von den Tieren gerne angenommen wird. Mitunter kann es eine Weile dauern, bis der Kasten angenommen wird, aber wenn es dann so weit ist, werden Sie eine Menge Freude mit Ihren neuen Nachbarn haben!

Vogelfütterung
Vögel zu beobachten macht Spaß und stellt eine angenehme Abwechslung zum stressigen Alltag dar. Mit einem Futtersilo holen Sie sich buntes Leben direkt in den Garten. Auch für Kinder und Jugendliche ist die Vogelfütterung etwas ganz Besonderes, denn Vögel zu füttern bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist, dass hochwertiges Wildvogelfutter verwendet wird und die Futterstelle bzw. das Futtersilo regelmäßig gereinigt wird. Schon nach kurzer Zeit lernen Sie und Ihre Familie unsere heimischen Vogelarten besser kennen und Sie werden sogar in der Lage sein, Arten zu bestimmen und vielleicht sogar einzelne Individuen zu unterscheiden. Für viele Menschen ist die Vogelfütterung der Einstieg in die Welt der Ornithologie.

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Um Ihren Garten sowohl attraktiv für Sie und Ihre Familie zu gestalten, als auch attraktiven Lebensraum für unsere heimischen Tierarten zu schaffen, sind vielfältige Strukturen wichtig. Igel, Meise und Wildbiene brauchen ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot, Plätze zum Verstecken und geschützte Rückzugsorte, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Dies kann mit der Pflanzung heimischer Sträucher und Bäume, der Anlage einer Trockenmauer oder durch das Belassen einiger Wildkräuter im Garten erreicht werden. Grundsätzlich gilt: „Je mehr desto besser“ ebenso wie „Jedes bisschen hilft“.
Im Folgenden werden drei Möglichkeiten aufgezeigt, wie mit wenig Flächenverbrauch eine Vielzahl wertvoller Kleinstrukturen geschaffen werden kann.

Der Laubhaufen
Ein Laubhaufen ist nicht nur schnell angelegt, sondern erfüllt gleich mehrere Zwecke: er schützt den Boden vor Frost und Austrocknung, reguliert die Bodentemperatur und verbessert die Bodenfruchtbarkeit. Aus diesem Grund ist es auch von Vorteil, das Laub über den Winter auf Gemüse- und Blumenbeeten liegen zu lassen.
Darüber hinaus spielt das Laub als Lebensraum für viele Kleinstlebewesen eine wichtige Rolle im Ökosystem, unter anderem finden Singvögel hier Nahrung, die Sie und Ihre Familie im Gegenzug mit schönem Gesang erfreuen. Mit etwas Glück lässt sich sogar ein Igel auf der Suche nach Nahrung oder einem Platz zum Überwintern beobachten.
Damit das Laub bei Wind nicht wieder auf den Rasen geweht wird, kann es mit ein paar Zweigen stabilisiert werden.

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Der Totholzhaufen
Wenn Sie einen Baum im Garten haben, müssen Sie nicht lange suchen, um abgefallene, morsche Äste und Zweige zu finden. Aufgeschichtet können sie sich zu einem Refugium für Insekten, Amphibien und kleinen Säugetieren wie den Igel entwickeln. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die interessante Vogelwelt, die damit in Ihren Garten gelockt wird. Viele unserer heimischen Lebewesen sind auf das Totholz als Lebensraum angewiesen, so dass sich ihr Vorkommen auf einen von Ihnen ausgewiesenen Platz im Garten beschränkt.

Die Benjeshecke
Ihr ungenutztes Schnittgut können Sie auch als Benjeshecken bzw. Totholzhecken zur Eingrenzung Ihrer Blumenbeete oder als Sichtschutz verwenden. Dafür einfach einen lockeren Wall aus Ästen und Zweigen errichten und den Rest der Natur überlassen. So erhalten Sie mit der Zeit eine lebendige und stabile Hecke, welche Vogelarten, wie beispielsweise Amsel, Zaunkönig und Rotkehlchen einen geschützten Bereich (u. a. auch Nistmöglichkeit) gibt.

 

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Eine Wildblumenwiese ist ästhetisch, braucht wenig Platz, keine teuren, arbeitsintensiven Dünger, spart Ihnen Rasenmähergänge und kann ganz individuell an Ihre Gartengröße angepasst werden.

Die richtige Pflanzenauswahl sorgt für Blütenpracht und summendes Leben das ganze Jahr. So können Sie zwischen die Wildblumenmischung auch Pflanzenzwiebeln wie Märzenbecher, Krokusse, Blausterne und Narzissen stecken. Diese verkünden durch ihre frühen Blüten schon am Ende des Winters den nahenden Frühling. Das Beet kann so zu einem absoluten Blickfang werden und hilft gleichzeitig unseren bedrohten Pflanzen und Tieren. Die Blüten ernähren nämlich Wildbienen, Schmetterlinge und ihre Raupen. Viele dieser Tiere sind als Teil eines funktionierenden Ökosystems wichtige Bestäuber, Schädlingsvertilger und auch Nahrungsquelle für Vögel.

Suchen Sie sich eine Stelle im Garten aus, die Sie gerne besonders schön gestalten möchten, zum Beispiel neben einer Sitzecke oder entlang von Wegen oder Hauswänden. Hier können Sie mit einem Wildblumenmix eine wunderschöne Farbenpracht erblühen lassen. Den Boden lockern Sie mit einer Harke auf, streuen eine Wildblumenmischung aus und drücken das Saatgut überall leicht an. Achten Sie darauf, die Stelle für die nächsten sechs Wochen feucht zu halten. Mähen brauchen Sie das Wildblumenbeet nur zwei Mal jährlich: einmal im Sommer (Juni/Juli) und einmal im Herbst.

Noch leichter zum Erfolg
Legen Sie ein ausgesuchtes kleines Versuchsgebiet auf Ihrer Rasenfläche an, welches Sie von nun an nur noch zwei Mal im Jahr mähen. Die Wildblumen, die sich in der Nähe Ihres Gartens befinden, können sich nun ganz von selbst bei Ihnen ansiedeln.

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