06.09.2024
Schmuckstück für Schulsport und Vereine
Wer sich sportlich in Zepernick betätigen möchte, hat dazu nun noch mehr Möglichkeiten. Am 4. September 2024 wurde die Walter-Seelig-Halle an der Straße der Jugend eröffnet. Die Dreifeldhalle ist in direkter Umgebung des Fußball- und Kunstrasen-platzes sowie der Dransemündung gelegen und nicht weit vom Schulstandort in dem Panketaler Ortsteil entfernt. Von nun an wird dort Schul- und Vereinssport betrieben. Dazu kommen Außenanlagen und eine Spielfläche, die für alle zugänglich ist. An der feierlichen Eröffnung nahmen Vereinsmitglieder, der Ortsvorsteher, Gemeindevertreterinnen und –vertreter, Lehrkräfte sowie Mitarbeitende am Bau beteiligter Firmen teil. Das Rahmenprogramm wurde von der Tanzgruppe der Grundschule Zepernick gestaltet.
Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke freute sich sehr, dass die Sporthalle nun in Betrieb geht: „Wir stärken damit den Sportstandort Zepernick und haben einen Ort geschaffen, von dem unsere Schülerinnen und Schüler, Vereine sowie Bürgerin-nen und Bürger profitieren. Bewegung ist wichtig und die Möglichkeit von Angeboten durch die neue Halle trägt zu einer höhe-ren Lebensqualität bei.“ Er drückte seine Hoffnung aus, dass Nutzerinnen und Nutzer die Halle zu schätzen wissen, auf sie acht-geben und sie immer ordentlich hinterlassen. Zepernicks Ortsvorsteher Andreé Reschke nannte die Halle ein „Schmuckstück“ und sagte, dass damit Maßstäbe im Landkreis gesetzt werden. Das bezieht sich nicht nur auf die sportlichen Aspekte, sondern auch auf die Energieversorgung. Auf dem Hallendach sind 200 Solarmodule verbaut. Bei Volleinstrahlung erreicht jedes von ihnen eine Leistung von 385 Watt, was eine Höchstleistung von 77 Kilowatt bedeutet. Mit dem so produzierten Strom wird die Halle versorgt. Sowohl auf dem Hallen- als auch dem Sozialtraktdach wurde eine Dachbegrünung angelegt.
Von der ersten Machbarkeitsstudie 2013 bis zum Baubeginn im April 2021 durchlief das Vorhaben verschiedene Stadien. Die Kostenschätzung, auf deren Grundlage 2017 der Beschluss gefasst wurde, basierte auf dem Baukostenindex aus dem 1. Quartal 2015 und ging von einer geringeren Fläche aus. 2020 wurde die Entwurfsplanung beschlossen. Darin wurde die neue Grundflä-che von 2.880 m² (ein Plus von knapp 715 m²) berücksichtigt. Der Baubeginn fiel mitten in die Corona-Pandemie und die ersten abgegebenen Angebote ließen auf eine weitere Kostensteigerung schließen. Die umfangreiche Beseitigung von Altlasten sorgte für weitere Kosten und eine Verzögerung des Zeitplans. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 verschärfte die Situation. Für den öffentlichen Freizeitbereich mit Basketballkörben, Tischtennisplatten und Fußballtoren führten Verwaltung und Jugendkoordinatorin ein Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen durch. Ihre Vorstellungen wurden bei der Umsetzung berücksichtigt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 13,2 Millionen Euro.
Am Tag der Eröffnung stand aber die Freude über die Fertigstellung und die Inbetriebnahme der neuen Halle im Vordergrund. Die Nutzerinnen und Nutzer freuen sich sehr über die modern ausgestattete Sportstätte. Sie ist zweifach teilbar und allseitig um-laufend. Auf einer ausfahrbaren Tribünenanlage haben 199 Personen Platz. Es stehen getrennt zugängliche Sanitär- und Umklei-deräume für Schulsport und Vereinsnutzung zur Verfügung. Es gibt außerdem Hallenwart-, Schiedsrichter- und Geräteräume sowie ein Lehrerzimmer plus Seminarraum und Teeküche für Veranstaltungen. Außentoiletten für die Dranse-Erlebniswiesen wurden ebenfalls errichtet.
Der Name der Halle erinnert an einen jüdischer Bewohner Zepernicks, der zum Vereinsvorsitz des „VfL Sportfreunde Zepernick“ gehörte. 1933 verließ Walter Gustav Seelig den Verein - rund einen Monat bevor der Verband der brandenburgischen Athletik-Vereine e.V. die Vereine schriftlich aufforderte, alle jüdischen Funktionäre und Mitglieder aus den Vereinen auszuschließen, da sonst behördliche Maßnahmen ergriffen würden. 1943 wurde Walter Seelig in Auschwitz ermordet. Im November 2022 wählten Panketalerinnen und Panketaler aus acht Vorschlägen ihren Favoriten. Dabei erhielt dieser Vorschlag die meisten Stimmen.







