Hobrechtsfelde

Das neue Besucherzentrum im Gut Hobrechtsfelde

Am 13. April 2013 fand die Eröffnung des neuen Besucherzentrums GUT HOBRECHTSFELDE durch Herrn Dr. Alfred Herberg (Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz, BfN), die brandenburgische Ministerin Anita Tack (Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz) und den Berliner Senator Michael Müller (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt) im Naturpark Barnim statt. 

Zum Besucherzentrum gehören der alte Kornspeicher, ein großes Schau- und Streichelgehege, Eventscheune, Spielplatz und Imbiss. Im alten Kornspeicher findet eine sehr interessante Ausstellung über den Ort und seine Landschaft statt. Auf dem Schau- und Streichelgehege kann man Weidetiere hautnah erleben und auf dem neuen Spielplatz haben Kinder ihre wahre Freude beim Austoben.
Die Eventscheune kann von jedermann für verschiedene Veranstaltungen gebucht werden. Egal ob Hochzeit, Geburtstag oder Konzert - bis zu 1000 Gäste haben hier Platz.
Alles in allem wurde durch das Besucherzentrum Hobrechtsfelde ein ausflugswertes Ziel für Touristen und Bewohner geschaffen.

Betreiber des gesamten Besucherzentrums: Agrar GmbH Gut Hobrechtsfelde, Hobrechtsfelder Dorfstrasse 45, 16341 Panketal
www.agrar-hobrechtsfelde.de

Ansprechpartner für den Speicher ist der Förderverein Naturpark Barnim e.V., Breitscheidstr. 8-9, 16348 Wandlitz
www.naturimbarnim.de

Am 31.08.2013 findet das alljährliche Naturparkfest im Besucherzentrum Hobrechtsfelde statt. Nähere Informationen dazu und zum Besucherzentrum erhalten Sie auch in diesem Flyer.

Christina Crusius, 19.07.13
SB Öffentlichkeitsarbeit
Denkmal für die Feldbahn

Im April 2006 wurde der Skaterweg in Hobrechtsfelde eröffnet. Länger Ortsansässige wissen, dass für den Weg die Trasse der Hobrechtsfelder Wirtschaftsbahn (HWB) genutzt wurde. Genau fünf Jahre später wurde nun ein Denkmal für die kleine Feldbahn mit großer Ausdehnung geschaffen.
Erinnert wird an ein zeitweise 60 km umfassendes Feldbahnnetz mit Zentrum im Berliner Stadtgut Hobrechtsfelde. Die Spurweite betrug 600 mm. Überwiegend landwirtschaftliche Güter als auch gelegentliche Personentransporte wurden damit ab 1906 durchgeführt. Mit zunehmendem Straßenverkehr wurde das Netz immer kleiner. Die letzten Reste verschwanden mit Stilllegung des Stadtgutes 1984. Leicht erkennbar geblieben sind Spuren in der Hobrechtsfelder Dorfstraße und dem Gutshof (Hobrechtsfelde und Albertshof). Ebenso kann man in Lobetal Schienenreste in der Pflasterung finden. Weit verbreitet sind auch HWB-Schienen als Zaunpfähle. Der Radweg nach Schönow, der unbefestigte Weg nach Buch (verlängerter Skaterweg), und der Streifen links neben der Hobrechtsfelder Chaussee – Bucher Straße bis Pankgrafenstraße in Karow sind ebenso Zeugen lokaler Verkehrsgeschichte.
Ein kleines Denkmal in Hobrechtsfelde, unmittelbar am Skaterweg, erinnert nun auch daran. Eine Gedenktafel wurde zwischen original Schienen und Schwellen eingelassen. Als Sockel wurden Pflastersteine aus Hobrechtsfelde und Klinker aus der Umgebung benutzt. Geschaffen wurde die Installation mit finanzieller Hilfe der Gemeinde und ehrenamtlichen Engagements. Eine Erweiterung in Form einer Infotafel sowie kleineren Installationen an signifikanten Punkten ist angedacht. Perspektivisch ist ein Rundkurs am Kletterpark oder auf dem Gutshof denkbar. Wer sich mit Fotos oder anderem Material beteiligen möchte, kann sich gerne bei der Gemeinde Panketal, Herrn Klein, melden (030 94511218).
 
Matthias Manske
 
eingestellt; Rainer Fornell am 19.7.2011

 

Waldweideprojekt in Hobrechtsfelde gestartet

Mit der feierlichen Übergabe des Fördermittelbescheides für das E&E (Entwicklung und Erprobung) - Vorhaben Waldweidelandschaft Hobrechtsfelde am 3.5.2011 durch die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz an den Projektträger Naturpark Barnim startete das auf mehrere Jahre angelegte Naturschutzvorhaben. Dabei geht es nicht nur um die Anlegung von 850 ha Waldweidekoppeln ,auf denen 0,2 Großvieheinheiten je ha zukünftig gehalten werden sollen, sondern auch um die Wiedervernässung des gesamten Gebietes um den Lietzengraben. Auch die touristische Erschließung ist Gegenstand des Vorhabens. Eine Presseinfo zum Thema finden Sie hier:

 

Rainer Fornell, Bürgermeister, 26.5.2011


 

1. Januar 2010 - Das Dorf hat einen neuen Eigentümer - Gesobau verkauft an Wohnungsbaugenossenschaft Bremer Höhe

Wie es zu diesem Vorgang kam lesen Sie nachfolgend in einem Beitrag der der Homepage der Bremer Höhe (www.bremer-hoehe.de) entstammt. Inzwischen sind dort umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gange und es sind  Wohnungen im ehemaligen Arbeiterwohnheim ab 1.5.2011 zu vermieten. Nähere Infos - siehe Homepage Bremer Höhe.

Rainer Fornell, 20.10.2010


Projektgeschichte
Hobrechtsfelde ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Panketal. Das unter Ensembledenkmalschutz Straßendorf entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als letztes von 12 Stadtgütern auf dem nordöstlichen Teil der Berliner Rieselfelder. Bis 1990 wurde es als Volkseigenes Gut geführt, das hauptsächlich der Tierhaltung diente. Mit der Wende verschwand diese Funktion, Hobrechtsfelde wurde zum reinen Wohnort. Die Verkaufsstelle schloss, das Lehrlings- und Arbeiterwohnheim wurde leer gezogen, das Gemeinschaftshaus verfiel und der daran angeschlossene wunderschöne Dorfsaal erlebte zu Silvester 1990 seine letzte Party. Inzwischen sind viele jüngere Leute zugezogen, die neue Impulse für die Zukunft Hobrechtsfeldes mitbrachten. Was aber blieb, waren intakte solidarische Strukturen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl, nicht aller, aber doch vieler Bewohner.
Die ca. 25 Gebäude stehen nur etwa 1 km von der nordöstlichen Berliner Stadtgrenze entfernt in der reizvollen Landschaft des Naturpark Barnims. Die ca. 170 Einwohner leben gern hier. Seit Jahrzehnten haben in erster Linie sie dafür gesorgt, dass die zwischen 1908 und 1960 errichteten Häuser noch stehen.
 
Genossenschaftsinitiative
Als sie im Jahr 2006 davon Wind bekamen, dass „ihre“ Häuser verkauft werden sollen, setzten sich etwa 30 „Hobriden“, wie sie sich zuweilen selbst bezeichnen, zusammen und kamen schnell zu dem Entschluss, die Häuser und Grundstücke selbst erwerben zu wollen, und zwar in einem gemeinschaftlichen Modell.
Die damalige Eigentümerin, die GESOBAU AG, ein Unternehmen des Landes Berlin, unterstützte dieses Vorhaben von vornherein. Auf der Suche nach dem geeigneten Modell für ihr Vorhaben suchten die Hobrechtsfelder Rat. Am 27. Juli 2006 rief der Hobride Michael Trappiel die „Bremer Höhe“ eG an und fragte, ob Ulf Heitmann bereit sei, die Genossenschaftsinitiative zu beraten.
Zwar gab es bereits damals Überlegungen, ob ein Erwerb der Hobrechtsfelder Dorfstraße 1 bis 50 durch die „Bremer Höhe“ eG nicht das bessere Modell sei, doch in Anbetracht verschiedener Umstände wurde die Gründung einer eigenen Genossenschaft bevorzugt. Der Aspekt der Identifikation der Bewohner mit ihrem Unternehmen, die besondere Lage und Gestalt des Orts, die Chancen, als Neugründung evt. von einem spezifisches Förderprogramm des Landes Brandenburg profitieren zu können und der höhere Grad der Selbstbestimmung sprachen für diese Variante.
Ende 2006 gründeten ca. 25 Hobrechtsfelder und Ulf Heitmann die WBG „Hobrechtsfelde“ eG i. G. Mehr als zwei Jahre versuchten die Vorstände Michael Trappiel, Uwe Klaus und Sascha Pajonk ein geschlossenes Sanierungs- und Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen, das der bei Genossenschaften erforderlichen Gründungsprüfung stand halten würde. Das Kernproblem, an dem das Vorhaben scheiterte, war ein bilanzrechtliches, das nur durch eine erhebliche Aufstockung des Eigenkapitals der Mitglieder zu lösen gewesen wäre. Dieses war aber nicht vorhanden. Nachdem im September 2008 ein von Bürgermeister Fornell organisiertes Gespräch mit dem damaligen für die Genossenschaftsförderung zuständigen Brandenburger Minister Dellmann ergebnislos endete, mussten die Protagonisten die Idee einer „eigenen“ Genossenschaft aufgeben.
 
Plan B: Kauf durch die WBG „Bremer Höhe“ eG
Mittlerweile war soviel Zeit ins Land gegangen, dass die Glaubwürdigkeit der Genossenschaftsmitglieder im Ort, aber auch bei lokalen und regionalen Partnern verloren zu gehen drohte. So war zu befürchten, dass auch die GESOBAU AG wieder andere Verkaufsoptionen in Betracht ziehen würde.
Von November 2008 bis Januar 2009 erarbeiteten die Vorstände und Aufsichtsräte beider Genossenschaften Positionen für einen Erwerb Hobrechtsfeldes durch die „Bremer Höhe“ eG. Ohne Zögern war die Verkäuferin bereit, sich auf dieses Modell einzulassen. Dennoch zogen sich die Verkaufsverhandlungen noch einige Monate hin, da an dem Verkauf auch das Land Berlin bzw. sein Liegenschaftsfonds beteiligt waren.
 
Ausblick
Am 1. Januar 2010 wurde die WBG „Bremer Höhe“ eG Eigentümerin der Hobrechtsfelder Dorfstraße 1 bis 50. Der aktuelle Zustand aller Gebäude macht umfassende Sanierungsmaßnahmen vor allem der Gebäudehüllen notwendig. Da fast jedes Haus seine Besonderheiten hat, eine Beteiligung der Denkmalpflege erforderlich ist und wir möglichst behutsam sanieren wollen, gehen wir von einem Sanierungszeitraum von vier bis fünf Jahren aus.
Doch die Instandsetzung und Modernisierung der Häuser ist nur ein Aspekt der Entwicklung Hobrechtsfeldes. Unser Ziel ist es, ein wirtschaftlich tragbares und im Betrieb sicheres Heizungs- und Energiekonzept zu realisieren, das auf der Nutzung erneuerbarer Rohstoffe basiert. Hobrechtsfelde soll zu einem lebendigen modernen Ort werden, in dem auch wieder Arbeitsplätze entstehen und dessen Geschichte und zukunftsorientierten Qualitäten für viele Brandenburger und Berliner erlebbar werden.

 


 

Neues Projekt der Fachhochschule Eberswalde in den Rieselfeldern Hobrechtsfelde

Weidelandschaft Barnim – Agrarstrukturreform als Chance für kleine und mittelständische Unternehmen in Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung, Tourismus und Naturschutz

In den Berliner Rieselfeldern entstand nach Aufgabe der Nutzung eine vielfältig strukturierte Landschaft. für diese Flächen wird ein zukunftsweisendes Konzept zur Landschaftspflege erforderlich, welches die Gesichtspunkte wirtschaftliche Nutzung, Naturschutz und Erholung berücksichtigt. Die „Halboffene Weidelandschaft“ wird als ein nachhaltiges Modell der Landnutzung und zum Schutz von biologischer Vielfalt und Landschaftsbild vorgestellt.

Das Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Umsetzung eines Konzeptes zur tragfähigen Nutzung von Grenzertragsböden unter Förderung bestehender und zu gründender klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Bereich Landwirtschaft, Gewerbe, Erholungsnutzug, Touristik und Umweltbildung. Dazu soll das System der „Halboffene Weidelandschaft“ optimiert werden. Dabei sind sowohl Potentiale zur Verringerung des ökonomischen Aufwandes (Tierkennzeichnung, veterinärmedizinische Behandlung) und die naturschutzfachliche Verbesserung des Einsatzes von Fördermitteln zur Landschaftspflege zu ermitteln. Synergieeffekte (Tourismus, Umweltbildung) sollen erarbeitet und erprobt werden.

Arbeitsziele des Vorhabens:

  1. Entwicklung eines Nutzungs- und Pflegekonzeptes für Sonderflächen unter Berücksichtigung der bestehenden naturschutzfachlichen Wertigkeit des Gebietes („Naturschutz durch Nutzung“)
  2. Weiterentwicklung von landwirtschaftlichen Tierhaltungs- und Markierungsverfahren auch unter ökonomischen Gesichtspunkten („Rechnet sich das?“)
  3. Anpassung des Nutzungskonzeptes an die planerischen Vorgaben im Gebiet (Erholung) und Überprüfung der Vereinbarkeit der unterschiedlichen Nutzungsformen („Mensch und Natur“)

Leiter: Prof. Dr. Antje Stöckmann (FH Eberswalde)
 
Kooperationspartner:  Agrar GmbH Crawinkel (Thüringen), Berliner Forsten Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Naturpark Barnim, Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Arbeitsgemeinschaft NaturWeide, Humboldt Universität zu Berlin
Dauer:  03.2007 – 02.2010
Finanzierungsträger:  BMBF-Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Programm FHprofUnd-Forschung an Fachhochschulen mit Unternehmen


Rainer Fornell, 24.10.2007


Neue Internetseite von, aus und über Hobrechtsfelde

Unter dem Domainnamen http://www.hobrechtsfelde.de/ ist eine neue Internetseite zu und über Hobrechtsfelde im Netz zu finden. Betrieben wird sie vom Verein Naturweide e.V., der in Hobrechtsfelde ansässigen Firma Charis Computersysteme und dem Verein Pro Hobi. Besonders sehenswert sind die zahlreichen Foto's. Schauen Sie doch mal rein.

Rainer Fornell, Bürgermeister, 3.Oktober 2006


"Rieselfelder: zurück zur Natur"

Kaum zu glauben, aber aus den Rieselfeldern bei Hobrechtsfelde entsteht nach und nach ein attraktives Erholungsgebiet für Mensch, Tier und Pflanzenwelt. Dieses "kleine Wunder" ist Dank vielfältigen Fachwissens der Experten von den Berliner Wasserbetrieben und den Bucher Forsten umsetzbar geworden. Wie und mit welchen Methoden man die Umweltentlastung bei Hobrechtsfelde im Einzelnen vornimmt, können Sie diesem Artikel aus der aktuellen Broschüre "Alles klar. Das Buch zum Wasser." der Berliner Wasserbetriebe entnehmen.

C. Crusius


Touristische Entwicklung in Hobrechtsfelde

Innerhalb des 25 km² großen Territoriums der Gemeinde Panketal nehmen die Rieselfelder sowie die Stadtrandsiedlung Hobrechtsfelde unverkennbar eine Sonderstellung ein. Während die Ortsteile Zepernick und Schwanebeck im Wesentlichen hoch verdichtet und besiedelt sind – Panketal hat inzwischen immerhin 18 600 Einwohner und damit mehr Einwohner als Städte wie Templin und Angermünde –, ist Hobrechtsfelde ein Freiraum. Freiräume regen die Phantasie an und so gab es immer wieder Überlegungen, wie diese von der Natur schrittweise zurückeroberte Fläche sinnvoll und verträglich genutzt werden könnte. Von der ehemaligen intensiven Wirtschaftsnutzung der Standrandsiedlung Anfang des 20. Jahrhunderts ist nicht mehr viel geblieben. Die Siedlung Hobrechtsfelde hat mittlerweile den Charme des morbiden Verfalls. Die letzten Jahrzehnte scheinen weitgehend spurlos an diesem Ort vorbeigezogen zu sein. Die unübersichtliche Eigentümerstruktur tat dabei ein Übrigens. So wechselte das Eigentum an den Wohngebäuden mehrfach. Gegenwärtig ist die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gesobau Eigentümer der meisten Gebäude. Die Flächen um den Ort gehören entweder den Berliner Forsten oder der Berliner Stadtgüter Management (BSGM). Der Gemeinde Panketal gehören als Eigentümer nur die Hobrechtsfelder Dorfstraße und der trocken gefallene Dorfteich. In Hobrechtsfelde wohnen heute ca. 180 Menschen. Dies zur Historie und zur Ausgangslage vorausgeschickt.

Die Überlegungen und Vorhaben zur touristischen Entwicklung folgen in erster Linie dem Freizeitverhalten der Panketaler Bürger und der potenziellen Besucher aus Berlin und Bernau sowie anderer umliegender Gemeinden.

Zur touristisch orientierten Nach- und Umnutzung gehören aber nicht nur Aktivitäten der Gemeinde Panketal, sondern ebenso jene der Berliner Forsten, die mit der Anlage von Teichen und der Reaktivierung des Grabensystems einen Erholungs- und Naturraum gestalten. Dazu zählen auch die seit Jahren stattfinden Bildhauersymposien, die unter dem Titel „Steine ohne Grenzen“ Kultur und Natur verbinden. Auf die Ergebnisse dieser Arbeiten stößt man allenthalben in den Rieselfeldern.

Die Gemeinde Panketal hat gegenwärtig drei konkrete Projekte, um Hobrechtsfelde „wach zu küssen“. Es sind dies der „Rad- und Skaterweg“, der „Hochseilklettergarten“ und eine dauerhaft zu etablierende Veranstaltungsreihe „Sommernachtskino in Hobrechtsfelde“.

Alle drei Projekte laufen im 100. Jahr des Bestehens der Stadtrandsiedlung an. Sie sind damit in diesem Jahr aus der Projektphase in die Umsetzungsphase hineingewachsen.

Die einzelnen Projekte sollen im Folgenden vorgestellt werden:

Rad- und Skaterweg

Am 15. April 2006 wurde der erste Teilabschnitt des Skaterweges eröffnet. Der folgende Beitrag entstammt der Homepage der Gemeinde Panketal (www.panketal.de)

„Das Wetter meinte es am Ostersamstag gut mit den Organisatoren und Besuchern der Eröffnung des 1. Teilabschnitts des Rad- und Skaterweges Hobrechtsfelde. Zahlreiche Panketaler hatten sich auf die schnellen Rollen gewagt, um mehr oder weniger elegant über die 3 Meter breite 1,1 km lange Piste zu rollen. Pünktlich 14 Uhr zerfiel das rote Band in zwei Teile und der Spaß konnte beginnen.

Mit diesem ersten ca. 200 000 € teuren Teilabschnitt ist allerdings nur der erste Schritt für einen Rundkurs gemacht, der nach gegenwärtiger Planung bis zu 15 km lang werden soll. Der zweite auf Panketaler Territorium liegende 2,4 km lange Abschnitt folgt noch dieses Jahr und wird von der Grenze zu Berlin entlang der Hobrechtsfelder Dorfstraße durch das Dorf bis zur Schönwalder Chaussee verlaufen. Während der erste Bauabschnitt mit 75% über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) vom Land Brandenburg gefördert wurde, wird der zweite – ca. 400 000 € teure Abschnitt ebenfalls mit 75% über das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept gefördert. Die Landesförderungen entlasten nicht nur erheblich die Gemeindefinanzierung, sondern sind auch Anerkennung der Sinnhaftigkeit der Baumaßnahme. Sie hat zugleich touristische, freizeitsportliche und infrastrukturelle Bedeutung. Mit dem 3 Meter breiten Weg wird nicht nur Skatern, sondern auch Radfahrern und Fußgängern mehr Verkehrssicherheit geboten. Das Vorhaben dient zugleich dazu, Freizeitaktivitäten aus den Siedlungsgebieten von Panketal hin nach Hobrechtsfelde zu lenken und damit den verschlafenen Ort aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken.“

Bei dem Rad- und Skaterweg handelt es sich auch um ein Vorhaben im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. Seinen Reiz wird dieser Weg erst entfalten, wenn er nicht nur aus einzelnen Teilabschnitten besteht, sondern vielfältige Verbindungen und Verknüpfungen herstellt. So ist die Anbindung an den Gorinsee Aufgabe der Gemeinde Wandlitz. Die Heranführung an die Schönower Heide und in den Bernauer Ortsteil Schönow hingegen ist Aufgabe der Stadt Bernau.


Hochseilklettergarten

Die anfangs am häufigsten gestellte Frage war: „Was ist das eigentlich?“ Nun, ein Hochseilklettergarten ist eine Sportanlage, die in unserem Fall aus ca. vierzig bis zu 12 Meter hohen glatten Baustämmen besteht, die auf einer 40 x 80 Meter großen Grundfläche senkrecht aufgestellt sind. In einer Höhe von 9 Metern sind zwischen den Stämmen verschiedenste Kletterhilfen angebaut. Das können Seile, Balken, Netze, Reifen und ähnliches sein. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten des Aufstiegs und Abstiegs auf die ebenfalls 9 Meter hohen Plattformen, von denen aus die Kletterübungen geführt werden. Die Zielgruppe eines Hochseilklettergartens ist weit gesteckt. Auch Kinder ab 14 Jahren können die Anlage bereits nutzen. Die Bandbreite möglicher Nutzungen reicht von erlebnis- und spaßorientierten Einzel- und Gruppenbesuchern bis hin zu Firmenveranstaltungen, die Mitarbeiter in Coaching-Veranstaltungen qualifizieren möchten. Das Klettern erfordert in der Regel keine herausragende sportliche Spitzenleistung, sondern eher Selbstüberwindung. Die einzelnen Übungen können im Selbstsicherungsverfahren nach Einweisung durch das Sicherheitspersonal selbst geklettert werden oder im Rahmen von speziellen teambildenden Übungen durch die Honorartrainer aktiv moderiert werden. Die Anlage kann aber in jedem Fall nur unter Betreuung durch speziell geschulte und ausgebildete Sicherheitstrainer genutzt werden.

Der Errichtung des Hochseilklettergartens Hobrechtsfelde sind zum Teil recht kontroverse Diskussionen in der Gemeindevertretung vorausgegangen. Letztlich konnten sich die Befürworter eines solchen Projekts aber durchsetzen. Bedenken wurden hinsichtlich der Zuständigkeit der Gemeinde für solche Sportanlagen, der Wirtschaftlichkeit, der Betreiberauswahl und verschiedenster anderer Aspekte angemeldet.

Der Hochseilklettergarten Hobrechtsfelde hat einschließlich Außenanlagen und Funktionsgebäude ein Investitionsvolumen von ca. 240 000 €. Das Land Brandenburg fördert das Vorhaben – weil es sich in ein Gesamtentwicklungskonzept einfügt – mit 150 000 € Fördermitteln aus dem Programm „Integrierte ländliche Entwicklung“. Die restlichen 90 000 € wurden von der Gemeinde Panketal finanziert. Als Betreiber konnte der bereits 80 Jahre bestehende Sportverein SG Einheit Zepernick e.V. gewonnen werden. Der Verein mit über 600 Mitgliedern ist in vielen Sparten aktiv und erfolgreich. Mit der Errichtung und Betreibung des Hochseilklettergartens entstehen 12 Arbeitsplätze für Honorartrainer sowie ein Festarbeitsplatz.

Die Gemeinde und der Sportverein SG Einheit Zepernick e.V. erhoffen sich eine rege Nutzung der Anlage, die grundsätzlich von Mitte April bis Ende Oktober geöffnet hat. Für Hobrechtsfelde ist dies eine sportlich-freizeitorientierte und zugleich naturverträgliche Nutzung, die Impulse für weitere Aktivitäten in diesem Segment eröffnen kann und soll. Mit dem Tierhof des Vereins „Naturweide e.V.“ ist in unmittelbarer Nähe zum Klettergarten bereits eine interessante Ergänzung im Entstehen.


Sommernachtskino


Wenn man mit dem Hochseilklettergarten schon so schöne hohe Masten in interessanter Umgebung stehen hat, stellt sich die Frage nach einer möglichst umfassenden Nutzung. So war der Gedanke an ein Open-Air-Kino im Klettergarten nahe liegend. Die Gemeinde Zepernick hatte noch bis kurz nach der Wende ein Kino – das Capitol. Vielen ist nur noch der ruinöse Anblick des ausgebrannten Gebäudes neben der Feuerwehr in der Bernauer Straße in Erinnerung. Zugleich trauerten viele alte Zepernicker und auch Schwanebecker dem Kino nach. Ein neues Kino in Panketal ist im Zeitalter von Multiplex undenkbar. Denkbar ist aber ein Open-Air-Kino im Sommer. Dieses Konzept läuft in Berlin seit Jahren im Volkspark Friedrichshain oder auf der Museumsinsel erfolgreich und findet dort (wetterabhängig) regen Zuspruch.

Die Gemeinde wird deshalb 2006 erstmalig eine Veranstaltungsreihe mit 5 Kinofilmen anbieten. Als Partner wurden hierfür wiederum der Sportverein SG Einheit Zepernick sowie der Filmplast in Bernau gewonnen. Mit „Walk the Line“, „Ice Age 2“, „Legende von Paul und Paula“, Dirty Dancing“ und „Sommer vorm Balkon“ ist hoffentlich eine gelungene und interessante Filmauswahl getroffen worden, die auf zahlreiche Resonanz stößt. Mit 5 Euro sind die Karten im Vergleich preiswert, dafür muss man eine Sitzgelegenheit, die von der Decke bis zum Sonnenstuhl reichen kann, selbst mitbringen.

Eine feste Größe seit 2004 ist die Hobrechtsfelder Walpurgisnacht, die jeweils am 30.4. eines jeden Jahres vom ortsansässigen Motorradclub „East Sun Riders“ mit Unterstützung der Gemeinde Panketal ausgerichtet wird. Entstanden ist die Idee aus dem Umstand heraus, dass die Gemeinde die Weichnachtsbäume der Panketaler Bürger einsammelte und bis 2003 kostenpflichtig auf eine Erddeponie verbrachte. Als kostengünstige und zugleich unterhaltsame Alternative hierzu bot sich ein Lagerfeuer zur Walpurgisnacht an. Zwar ist ein Feuer in dieser Größe schon ein magisches Ereignis, es bedurfte aber schon noch ein Rahmenprogramm, welches mit Musik, Tanz, Zauber und Jonglage schnell gefunden war. In diesem Jahr wurde mit ca. 2000 Besuchern bei schönem Wetter ein neuer Rekord aufgestellt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Hobrechtsfelde für Panketal ein sehr bedeutender Natur-, Freizeit- und Kulturraum ist. In Hobrechtsfelde kann es gelingen, einer ehemals intensiv genutzten Wirtschaftsfläche – eben den Rieselfeldern – zu einer neuen Bedeutung zu verhelfen. Dabei ist es durchaus nicht nachteilig, dass der Ort den Charme des morbiden Verfalls hat und zumindest an den meisten Gebäuden die letzten 16 Jahre weitgehend spurlos vorübergegangen sind. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung und alle Akteure und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an Ideenfindung und Umsetzung aktiv oder auch nur als Nutzer rege zu beteiligen. Besuchen Sie Hobrechtsfelde besser einmal mehr. Es wandelt sich ständig und was Sie letztes Jahr sahen, kann in diesem Jahr schon ganz anders aussehen.

Rainer Fornell, Bürgermeister, Juni 2006


HOBRECHTSFELDE - Ein Ort erhielt den Namen eines Visionärs
von Katrin Koch

Was erinnert an den Mann, der sich so um die Stadt Berlin verdient gemacht hat? Ein Ehrengrab findet sich nicht, obwohl James Hobrecht in Berlin auf dem Sophienfriedhof an der Bergstraße in Berlin Mitte bestattet wurde. Das Grab wurde zu DDR-Zeiten eingeebnet. Zwei Straßen tragen Hobrechts Namen - eine in Neukölln und eine in Friedrichshain. Und es gibt eine Hobrechtbrücke über den Landwehrkanal in Kreuzberg.
Die Hobrechtsfelder Chaussee im Norden Berlins führt über schönes Pflaster hinaus aus der Stadt in das Dorf Hobrechtsfelde. Dieses kleine Dorf hat keine Kirche, aber einen mächtigen, weithin sichtbaren Kornspeicher! Das Dorf liegt heute inmitten eines Waldes, ein noch "kleiner", junger Wald. Der Speicher zeugt von der landwirtschaftlichen Vergangenheit des Ortes - und die war in der Tat etwas ganz besonderes und dürfte dem Namensgeber hinsichtlich der damaligen Organisation, sozialen Infrastruktur und modernen Technik gefallen haben.
Von 1889 bis 1906 kaufte die Stadt Berlin für die weitere Anlage von Rieselfeldern Ländereien im Norden Berlins. Dazu gehörten Teilflächen des Rittergutes Buch, Bauernland von Bernau, Schönerlinde, Schönow und Zepernick. Der Gutshof mit dem Dorf Hobrechtsfelde entstand bis 1908 völlig neu, geplant und projektiert durch das stadtgütereigene, 1881 eingerichtete Hochbaubüro.
Verschiedene Haustypen stehen im Ort, gute und zweckmäßige Arbeiterwohnungen mit gesonderten Stallungen, Wasch- und Futterküche, alles umgeben von Hausgärten - komfortables Wohnen für langfristig beschäftigte Landarbeiter. Eine Schule, heute Wohnhaus, steht kurz vor dem nördlichen Dorfausgang, etwas zurückgesetzt.
Ein Schnitterhaus für Saisonkräfte befindet sich am heute ausgetrockneten Dorfteich, war zuletzt Lehrlings- und Arbeiterwohnheim. Heute ist es, wie so viele Gebäude im Ostteil des Ortes eine Ruine. Dahinter stehen zwei massive "Häuslingsbaracken", die einst ummauert waren und vergitterte Fenster besaßen: "Die Absicht, welche der Beschäftigung von Häuslingen auf den Rieselgütern zugrunde gelegt worden war, darf insofern als teilweise erreicht angesehen werden, als die Mehrzahl der sonst arbeitsscheuen Individuen bei der Arbeit in der freien Natur, bei der Regelmäßigkeit gesunder Lebensart, bei der Ausnutzung dessen, was die verschiedenen Handwerker, Professionisten, Landarbeiter und dergleichen früher gelernt und geübt haben, wieder mehr und mehr Lust zu geregelter Tätigkeit, sogar wieder Freude zur Arbeit gewonnen haben. Die Verwaltung der Rieselgüter (....) verkennt nicht, daß die Aushilfe an Arbeitskräften durch die Häuslinge jetzt nicht mehr gut entbehrt werden könnte". Heute werden diese Gebäude als Wohnhäuser genutzt.
1910 wurde das Gemeinschaftshaus am Nordwestrand des Dorfes für unverheiratete Freiarbeiter mit 40 Betten in Einzelzimmern (12,- RM Miete/Monat, 1,20 RM Essen/Tag), Essenräumen mit Küche im Erdgeschoß sowie Waschräumen erbaut. Zur Freizeitgestaltung diente eine Kegelbahn und ein wunderschöner Festsaal mit Bühne und Empore, in dem noch bis in die 1980-er Jahre große Betriebs- und Erntefeste gefeiert wurden, inzwischen steht auch dieses ehemalige Kommunikationszentrum leer und verfällt.

Galten die in den Anfangsjahren bezuschussten Rieselgüter bis dahin als Schlussglied der Stadtentwässerung zum Zwecke der Abwässerklärung, wurden von 1905 an die Gutsbetriebe vor die Aufgabe gestellt, sich selbst zu erhalten und Erträge zu erwirtschaften. Dies erforderte die Einführung modernerer Technik - was in Hobrechtsfelde geschah. Auf dem Gutshof entstanden neben den Stallanlagen für Milchvieh in schöner Holländerbauweise weitere technische Einrichtungen und Wirtschaftsgebäude:
1906 begann der Bau des großzügigen Feldbahnnetzes (siehe Artikel von Dieter G. Buch)- "Während des Krieges brachte die Heranführung der Feldbahnen an die Straßenbahnen in Lichterfelde und Rosental den Gutsverwaltungen infolge Mangels an Zugvieh Erleichterungen für den Abtransport der Feldfrüchte in die Markthallen".
1908 erfolgte die Inbetriebnahmen des Kornspeichers mit 9000 t Fassungsvermögen als sechs Stockwerke hoher Rieselspeicher. Das Korn wurde unterflur per Förderband vom Dreschplatz kommend bzw. von den Feldbahnwagen abgekippt, dem Förderwerk übergeben, verwogen, nachgereinigt und durch Fallrohrleitungen einem Speicherabteil zugeführt. Ein Becherwerk transportierte es auf den oberen Lagerboden. Durch Öffnungen im Boden rieselte es in die darunter liegenden Stockwerke, dabei durch Klappen einströmende Luft trocknend, bis zum Boden, um dann erneut nach oben transportiert zu werden. Sämtliche Bewegungen des Getreides wurden durch eingebaute Förderanlagen bewirkt. Im Anbau war eine Mahlanlage für Futtermittel untergebracht sowie eine Schmiede. Mit dem Einbau eines Wassertanks ganz oben im Speicher diente dieser später auch als "Wasserturm".
1908 wurde die 1974 abgebrannte Futterscheune mit dazugehöriger Dreschscheune errichtet. Die moderne, ortsfeste Dreschanlage erforderte einen geringen Handbetrieb. Nur das Aufgeben des Getreides vom Feldbahnwagen auf den Zubringer der Dreschmaschine erfolgte von Hand. Per Förderband gelangte das gedroschene Korn zum Speicher. Das Stroh wanderte durch eine Strohpresse über einen Höhen- und Längstransporteur in das hierfür bestimmte Scheunenfach der heute zum Teil noch erhalten ist. Spreu und Kurzstroh wurden durch Gebläse in die etwa 130 m entfernte Futterscheune geblasen.
Das Schlachthaus (Fleischwerk Hobrechtsfelde) mit Gefrieranlage und Wurstfabrikation mit angegliederter Schweinemastanlage sowie eine Molkerei gingen 1908 in Betrieb. Dieser Gebäudekomplex ist heute nicht mehr vorhanden. Das ebenfalls nicht mehr vorhandene Sägewerk wurde 1909 gegründet.
Ein Holzbearbeitungsbetrieb mit Fließbetrieb zur Belieferung der Güter, der städtischen Einrichtungen und für private Käufer folgte 1922. Nach den erfolgreichen Versuchen mit der Haltbarmachung von Futter wurden ca. 1925 Holzsilos in die Dreschscheune zur Gewinnung von Silagefutter eingebaut, deren kreisrunde Fundamente noch heute zu erkennen sind.
Auch für die Stadtgüter stellte der 2. Weltkrieg eine tiefgreifende Veränderung dar. Nach 1945 musste Hobrechtsfelde neu organisiert werden. Der Betrieb wurde um einen Schafstall, Bullenmastställe, Rinderoffen- sowie Kälberställe, Werkstätten, Durchfahrsilos vergrößert. Sägewerk, Schlachthof und Molkerei gab es nicht mehr, Schlachtungen sowie die Milchverarbeitung erfolgten zentral in Berlin. Das Dorf hat zwei zweigeschossige Neubauten bekommen mit einem Dorfkonsum. Im Gemeinschaftshaus gab es nun eine Dorfkneipe sowie einen Kindergarten.
Aus dem Schnitterhaus wurde ein Lehrlingswohnheim, in welchem die Stadtgüter bzw. die Volkseigenen Güter (VEG) bis in die 1980er Jahre Schäfer, Tierzüchter, Melker und Zootechniker für ihre Betriebsteile auf hohem Niveau ausbildeten. Die Feldbahn hatte ihre Bedeutung fast vollständig verloren, die Pferde wurden vom "Mistjokei" nur noch zum Ausmisten vor die Loren gespannt.
Bereits 1987 existierten Pläne des Berliner Magistrats zur "Dorfgestaltung Hobrechtsfelde". Geplant war die Umgestaltung bzw. Umnutzung vorhandener Bauwerke. Neben Anlagen für den Pferdesport (Pferdeställe, Reithallen, Turnierplatz und Dressurvierecke, Sattelkammer und Hufschmiede) sollte ein großes Forstgelände mit Forstbaumschule geschaffen werden. Im Speicher mit seinen Anbauten sollte ein Museum untergebracht werden, das Schnitterhaus zum Bettenhaus, die Häuslingsbaracke in eine Jugendherberge umgewandelt werden. Im Gemeinschaftshaus war eine Ausflugsgaststätte mit Biergarten geplant. Koppeln und Sporteinrichtungen rundeten das Dorfensemble ab. Bemerkenswert an dem Plan ist, dass der Bau von Bungalows und Kleingärten ausdrücklich ausgeschlossen war. Man wollte den Charakter des heute denkmalgeschützten Dorfes erhalten! Auch ein Natur- und Umweltschutzzentrum war vorgesehen. Leider kam es nie zur Umsetzung der ehrgeizigen Ziele.
Mit der Einstellung der Rieselfelder 1985, dem Rückzug der landwirtschaftlichen Nutzung, der Einebnung und Aufforstung der Rieseltafeln wurden in den 1990er Jahren die mehr und mehr verfallenden Stall- und Wirtschaftsgebäude auf dem Gutshof - bis auf einen Stall, die Dreschscheune und den Speicher - abgerissen. Die Wohnhäuser wurden von der Berliner Wohnungsbaugesellschaft Weißensee übernommen, das Dorf wird vom Landkreis Barnim, Gemeinde Zepernick, verwaltet. Zuständig für den Denkmalschutz ist die Brandenburger Denkmalbehörde; das Land mit den Forstflächen und der Gutshof gehören der Stadt Berlin.
In der Gutshofsmauer war eine gusseiserne Gedenktafel mit dem Profil James Hobrechts eingelassen. Sicher wurde sie im Jahr 1908 festlich von der Gutsverwaltung und vielen Gästen enthüllt, verbunden mit herzlichen Worten in Gedenken an den 1902 Verstorbenen. Diese Tafel wurde Anfang der 1990er Jahre gestohlen und bis heute nicht ersetzt... .

Autorin: Katrin Koch
(Die Verfasserin hat bei den Berliner Stadtgütern gearbeitet und in Hobrechtsfelde ihre Lehre als Zootechniker absolviert)
Zitate aus: Ruths, Dr. H., Fünfzig Jahre Berliner Stadtgüter, Berlin, 1928

Quelle: Pläne des Berliner Magistrats „Dorfgestaltung Hobrechtsfelde“ Archiv Berliner Stadtgüter


" Steine ohne Grenzen " Internationales Bildhauer/innensymposion für Frieden und Menschlichkeit

Im Jahre 2001 wurde der Gedanke Realität, durch Rudolf J. Kaltenbach (Bildhauer), Silvia Christine Fohrer (Bildhauerin), gemeinsam mit Olaf Zeuschner (Revierförster) ein erstes Symposion der Bildhauer/innen zu initiieren, mit den Findlingssteinen, die aus dem Lehm der Baugruben Berlins geborgen wurden. Durch die Aufforstung der Rieselfelder wird seit mehreren Jahren dieser Lehm nach Hobrechtsfelde transportiert. Die Bildhauerarbeiten, die teils polierten Flächen, die durch Brüche provozierten Feldspat und Glimmer, sowie der dem Stein eigene Charakter der Mineralien und Quarze bieten den Besuchern und Kunstinteressierten der Skulpturenlinie immer neue faszinierende Eindrücke.

Zur Arbeit am Symposion kamen mit der Zeit neue Steinsorten unterschiedlichster Herkunft hinzu, Sandstein, ein ehrwürdiger Vater der Baukunst; graue Granite und Labrador aus Norwegen, der seine Farben, wie es scheint, vom Himmel, von den Sternen und aus dem Wasser holt, schwedisch-schwarz Gabbro, dem konsequentesten Lehrmeister der Steinkunst. Rudolf J. Kaltenbach holte die Findlinge aus den Baugruben des Potsdamer Platzes in Berlin, die dort bei den unterirdischen Arbeiten "im Wege" waren und fügte sie mit anderen, bearbeitet der Skulpturenlinie hinzu. Einige Künstler/innen arbeiteten mit Metall und besonders auch mit Holz, vom Bucher Forst zur Verfügung gestellt. Firmen aus Berlin und Brandenburg gaben den Bildhauer/innen Material aus ihren Beständen, sowie logistische Unterstützung und großzügige Hilfe bei der gesamten Umsetzung des Symposions. Um das Symposion rankten sich viele Disziplinen der Künste in begleitenden Ausstellungen bei Theateraufführungen und Klangkunsterleben, wobei die Diskussion über Kunst und Stein, die Liebe zur Natur und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen Themen Bestandteil war. Viele internationale Künstler und Künstlerinnen waren bisher Teilnehmer des Symposions und setzten ihre Arbeiten für die Idee einer Internationalen Skulpturenlinie um, als erinnerndes Denkmal für Menschlichkeit und Frieden. Künstler/innen aus Frankreich, Finnland, Japan, Indonesien, Korea, Senegal, Türkei, Spanien, Russland, Österreich, USA, Australien, Schottland, Fürstentum Liechtenstein, Schweiz, Brasilien, Argentinien, Italien, Ukraine, Tschechei, Armenien, Belgien, Portugal, Polen und Deutschland, arbeiteten für die Idee Otto Freundlich´s, eine Skulpturenlinie zu schaffen, die die Länder und Nationen vereint. Otto Freundlich, geb. 1878 (jüdischer Bildhauer und Maler) träumte von einer völkerverbindenden Skulpturenlinie von Paris bis Moskau bevor ihn die Nazis 1943 im KZ Majdanek nach seiner Verfolgung ermordeten. 1979 eröffneten die ersten beiden Bildhauer die Straße der Skulpturen, als Fortsetzung dieser Tradition der Bildhauer steht das Symposion "Steine ohne Grenzen" mit den guten Wünschen des Bildhauers Prof. Leo Kornbrust aus dem Saarland. Mittlerweile entstanden sechs Internationale Symposien "Steine ohne Grenzen", drei davon fanden im Hobrechtswald, Berlin-Buch und Barnim statt, eines in Teltow-Mühlendorf im Jahre 2001, in Berlin-Mitte im Jahr 2003, hier an drei Standorten: auf dem Matthäikirchplatz beim Kulturforum, an der Ruine des Franziskanerklosters und bei den Bildhauerwerkstätten des Kulturwerkes des BBK. Das sechste Symposion fand im Jahre 2004 in Brück statt mit Skulpturen im Park des Kreiskrankenhauses Belzig in Brandenburg. Weit über 100 Künstler und Künstlerinnen mit mehr als 100 Skulpturen haben bisher bei dem Symposion und den begleitenden Ausstellungen sowie Kulturveranstaltungen teilgenommen.

Schirmherren waren mit anderen Prof. Dr. Christoph Stölzl Kultursenator a.D. und der Präsident des Deutschen Bundestages Wolfgang Thierse in viermaliger Folge, der Dank für die Unterstützung gilt den einzelnen Firmen und Unternehmen, Kulturinstitutionen, den Berliner Forsten und der Revierförsterei Berlin-Buch, der Österreichischen Botschaft, dem Kulturrat des Fürstentums Liechtenstein, den Stadtverwaltungen und Kulturämtern, einzelnen Bürgern und Bürgerinnen und Vereinen, der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg und den Künstlern und Künstlerinnen.

Miteinander in Freundschaft zu leben und dies in Skulpturen zu dokumentieren, ist das Wesen dieser Skulpturenlinie und der Symposien. Die Kommunikation mit Kunst wird besonders dann stattfinden, wenn die Kunst den Menschen berührt, auf dem Lebens-Weg eine Begegnung mit Kunst stattfindet.

Und die Skulpturen können ohne Raum nicht leben, die Weite der Fläche, die Farben der Landschaft, der Horizont werden sinnlich in die Skulptur mit einbezogen und Licht und Schatten fließen um sie., das Licht modelliert und formt somit die Arbeit des/r Künstlers/in und die Arbeiten verändern das räumliche Erleben. Wir hoffen, viele Freunde für " Steine ohne Grenzen " finden zu können, damit die Skulpturenlinie die Menschen durch die Kultur und die Natur im Sinne der Menschlichkeit verbindet.

Die CD-Rom Dokumentation ist gegen Vorauszahlung einer Schutzgebühr von 10 € erhältlich : Informationen und erweitertes Material zum Symposion anfordern "Steine ohne Grenzen" bei R.J. Kaltenbach u. S.c.Fohrer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Text: R.J.Kaltenbach und S.C.Fohrer

Rainer Fornell, Bürgermeister