750Jahre-Schwanebeck


Schwanebeck- Ein "Paradestück" zum Jubiläum DVD jetzt erhältlich!
Dokumentarfilm zur Schwanebecker Ortsgeschichte
150 Minuten auf 2 DVDs Preis: 20 Euro
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TEL: 030-94417178 oder 0173-5656460

Filmbesprechung:
Am 28. Dezember hatten sich etwa 45 Besucher im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Schwanebeck versammelt um den Dokumentarfilm Schwanebeck - ein "Paradestück" zum Jubiläum zu sehen. Die 31-jährige Autorin und Filmemacherin Nadine Muth aus Zepernick hat fast neun Monate an dem Film gearbeitet und eine große Fülle von Material zusammengetragen. Als "roter Faden" marschiert die Parade anlässlich der 750-Jahr-Feier noch einmal durch den Film und dient mit den nahezu 30 Bildern jeweils als Einstieg zu Exkursen in die Ortsgeschichte.

Es ist gewiss eine Herausforderung, die Aufmerksamkeit und Neugier der Zuschauer über einen Zeitraum von zweieinhalb Stunden wach zu halten. Auch wenn nach 90 Minuten eine Pause mit Imbiss und Getränken als willkommene Unterbrechung zum Plaudern eingeschoben wurde. Umso erstaunlicher war, dass die Zeit rasch verging und keinerlei Langeweile aufkam. Natürlich ist es hilfreich, schon etwas über den Ort zu wissen oder einzelne der zahlreichen Interviewpartner zu kennen. Aber auch für den später Zugezogenen ist es spannend, einen Bilderbogen Zeitgeschichte mit engem Schwanebeckbezug aufgeblättert zu bekommen. Während die frühen Entwicklungen Schwanebecks wie Dorfgründung, Kirchenbau, Reformation, 30-jähriger Krieg und Separation naturgemäß überwiegend anhand historischer Dokumente abgehandelt werden, ist vieles, was danach kam, auch mit Zeitzeugeninterviews belegt. So erzählt die weit über 80-jährige Liesbeth Köhler über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ebenso wie der langjährige Schulleiter Klaus Geißler oder der frühere Sportlehrer Wolfgang Pause. Es kommen Mitglieder der Siedlervereine und der Feuerwehr ebenso zu Wort wie jene, die 1990 am Runden Tisch zum Beispiel über die Zukunft der Mülldeponie diskutierten und stritten. Man erfährt vieles über den Siedlergeist des vorigen Jahrhunderts und den Zusammenhalt der Nachbarn. Auch wo die Schwanebecker zum Tanzen, Reden und Biertrinken zusammenkamen wird illustriert durch zahlreiche Bilder und Dokumente zur Geschichte der Gaststätten.
Selbst die wechselvolle und teilweise tragische Geschichte der Bernauer Schleife findet den ihr gebührenden Platz - kamen doch in den 50er Jahren bis zu 70.000 Besucher zu diesen Motorsportveranstaltungen auf der heutigen Autobahn. Alle Ortsteile Schwanebecks werden vorgestellt und selbst das abgelegene Neu-Schwanebeck wird nicht vergessen.
Als charismatische Persönlichkeiten der Ortsgeschichte werden Pfarrer Pannier und Arzt Dr. Beyrich durch zahlreiche Anekdoten porträtiert.

Es ist erstaunlich, wie viel Erzählenswertes Nadine Muth zusammengetragen hat und wie angenehm zurückhaltend dabei den Zeit- und Augenzeugen die Leinwand überlassen wird. Neben umfangreichen ortsspezifischen Informationen besticht der Film aber auch durch eine Betrachtung der Zeitgeschichte, in deren Rahmen sich das Leben in Schwanebeck entwickelte. Das betrifft zum Beispiel die als Separation bezeichnete Flurneuordnung im 19. Jahrhundert ebenso wie die Wirren nach dem 2. Weltkrieg, die auch in Schwanebeck Ortsgeschichte beeinflussten. Ganz nebenbei ist der Film auch handwerklich gut gemacht und erfreut den Betrachter mit scharfen Bildern und klar verständlichen Texten. Es ist damit ein für Alt- und Neubürger gleichermaßen interessantes Geschichtsdokument entstanden, dem man noch viele Zuschauer wünscht.

Rainer Fornell, 31.12.2007


 

Gedenktaler anläßlich „750 Jahre Schwanebeck“ herausgebracht /
Schauprägen während des Festwochenendes

750 Jahre Schwanebeck 7. bis 9. September 2007 – aus diesem feierlichen Anlass brachte die Firma Simm GmbH in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Panketal einen Gedenktaler heraus. Der Taler zeigt auf der Vorderseite die Schwanebecker Dorfkirche als ältestes Bauwerk des Ortsteils und auf der Rückseite das Autobahndreieck Schwanebeck.
Im Rahmen der Feierlichkeiten 750 Jahre Schwanebeck 7. bis 9. September 2007, findet ein Schauprägen in mittelalterlicher Münztechnik mit dem Fallhammer statt. Der 3 Meter hohe und rund 500 kg schwere Fallhammer wurde zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert zum Prägen von Münzen und Medaillen benutzt.
Die Wirkungsweise der sehr massiven Maschine ist so einfach wie beeindruckend. Ein Gewicht von 42 Kilo fällt nach unten, schlägt auf einer nur münzengroßen Fläche auf, auf die ein passender Metallrohling gelegt wurde. Je nach Fallhöhe entspricht dies einem Aufschlagdruck von rund 30 bis 50 Tonnen. Mit einem lauten Knall entsteht zwischen dem Ober- und dem Unterstempel bei jedem „Schlag“ ein kleines Kunstwerk in Silber oder Zinn.
Jeder Besucher hat die Möglichkeit, sich seinen Gedenktaler in Zinn schon ab 3,50 € selbst prägen zu lassen. Die Sonderprägung ist in 999/0000 Feinsilber schon ab 20,-- € erhältlich. Die Feinsilberauflage ist auf 750 Stück limitiert und nummeriert.

Christina Crusius
SG Öffentlichkeitsarbeit


Festschrift zum 750. Jubiläum Schwanebecks

Am 3. April stellten die Autoren die soeben erschienene 66seitige Festschrift zum Schwanebecker Ortsjubiläum vor. Unter Leitung von Dr. Hubert Hayek dem stellvertretenden Ortsbürgermeister von Schwanebeck, und Frau Dr. Kersti Aßmann vom Zepernicker Geschichtsverein entstand eine reich illustrierte Broschüre, deren Themen überwiegend das letzte Jahrhundert behandeln. So spannt sich der Themenbogen von der Rennstrecke Bernauer Schleife bis zum Schwanebecker Heiratsmarkt im damaligen Bürgerkrug. Einige Zeitzeugen wie der 86jährige Dorfschmied August Mettler, die 85jährige Frau Tuchnitz oder auch die ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin Frau Angelika Hitzek kommen zu Wort. Außerdem werden Kirchen und Feuerwehr sowie alle Ortsteile vorgestellt. Interessant ist ebenso die Geschichte der heute höchsten Erhebung von Schwanebeck – dem Gipfel der Mülldeponie. Wer kann sich schon vorstellen, dass der Berg mal ein riesiges Loch, nämlich eine Kiesgrube war?


Die Festschrift wird in diesen Tagen kostenlos an alle Panketaler Haushalte verteilt. Sollten Sie mehr als dieses eine Exemplar wünschen, können Sie weitere zum Preis von 1 € im Rathaus erwerben.

Auf dem Foto sind von rechts nach links zu sehen: Dr. Hubert Hayek (stellvertretender Ortsbürgermeister Schwanebeck), Christina Crusius (Mitarbeiterin Verwaltung Panketal), Frau Zillmann (Gemeindevertreterin), Herr Korbicki (Küchenstudio Korbicki), Herr Tuchnitz (Bürger aus dem Dorf mit vielen historischen Quellen und Erinnerungen), Herr Timreck (Ortsbürgermeister), Herr Fornell


An dieser Stelle stellvertretend für alle anderen herzlichen Dank an Dr. Hubert Hayek, der die Redaktionsleitung inne hatte. Dank aber auch an die Anzeigenkunden, die die Kosten der Broschüre, die in einer Auflage von 10 000 Exemplaren gedruckt wurde, zu einem Drittel finanziert haben.

Rainer Fornell, Bürgermeister, 8. April 2007


Geschichte Schwanebeck

Die erste urkundliche Erwähnung von „Schwanebecke“ datiert aus dem Jahre 1257. Am Osterfest diesen Jahres übereigneten die Markgrafen Johann und Otto von Brandenburg dem Kloster Zehdenick zwei Hufen Land, das entsprach vermutlich 15 ha, im Dorf Schwanebecke. Die Herkunft des Namens Schwanebeck ist nicht endgültig geklärt. Es liegen zwei Deutungen vor. Zum einen abgeleitet von dem Namen des Fließes „Schwanebölke“, was aus dem mittelniederdeutschen kommt und so viel heißt wie: Ort am Schwanenbach. Zum anderen wird angenommen, dass Kolonisten, die aus der Altmark kamen und das ursprünglich wendisch Land übernahmen, ihren alten Dorfnamen benutzten. Im 13. Jahrhundert wurde auf dem Anger eine Kirche errichtet, welche zwei Jahrhunderte später in eine zweischiffige Kirche umgebaut wurde. Die Kirchenschiffe erhielten eine gotische Einwölbung und circa 1480 wurde das Bauwerk mit einem kunsthistorischen Schnitzaltar ausgestattet. Im Landbuch Kaier Karl IV. aus dem Jahre 1375 wurde die Größe Schwanebecks mit 63 Hufen angegeben. Es wurden 16 Bauern, ebenso viele Kossäten (Besitzer kleinster Anwesen, die in halbfreier Abhängigkeit lebten) sowie eine Windmühle erwähnt. 1759 vernichtete ein Brand den gesamten Nordteil des Dorfes. Im Jahre 1856 wurden insgesamt 246 Einwohner gezählt. Nach 1871 entstanden die größeren Wohn- und Wirtschaftsgebäude, welche die gegenwärtige Bausubstanz prägen. Nur die damaligen Stroheindeckungen wurden durch Dachziegel bzw. Schiefer ersetzt. Hervorzuheben sind auch die zum Teil reiche Fassadenausstattung von Wohngebäuden aus der Gründerzeit. Im Jahre 1889 wurde der alte Kirchturm durch einen massiven Turm mit einer eingebauten Uhr ersetzt. Das Siedlungsgebiet Alpenberge wurde 1904 gegründet. Ein Jahr nach dem Bau der Straße nach Berlin/Buch begann im Jahre 1908 die Besiedlung der Ortsteile Neu-Schwanebeck, Gehrenberge, Bergwalde, Schwanebeck-West sowie 1970 die Zuordnung von Neu/Buch. Bereits 1911 erfolgte der Anschluss an das elektrische Licht und das Kraftstromnetz. Heute hat Schwanebeck 2750 Einwohner. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt insgesamt 780 Hektar. Durch unmittelbare Angrenzung an die Bundeshauptstadt wird die Bedeutung des Ortes in Zukunft noch wachsen, zumal der Wohnungsbau schon heute einen der Hauptschwerpunkte in der Planung der Gemeinde einnimmt.